Neues Volksblatt: "Schonfrist" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 12. Jänner 2007

Linz (OTS) - Die seit Tagen anhaltenden Proteste der roten Parteijugend gegen den von Alfred Gusenbauer ausverhandelten Koalitionspakt entbehren nicht einer gewissen Pikanterie, wird der Aufstand doch von Gusenbauers politischer Heimat geprobt. In Sozialistischer Jugend und VSStÖ wurden er und seine Getreuen politisch sozialisiert, seit ihren Jugendtagen marschierten sie gemeinsam durch die (Partei-)Instanzen. Und nun, ganz oben angekommen, müssen sie sich Umfaller, Lügner oder Verräter schimpfen lassen. Wie das Verhalten des Steirers Voves oder des Oberösterreichs Haider zeigt, ist der Unmut aber nicht nur auf die Parteijugend zu reduzieren.
Ohne je in irgendeinem politischen Amt Ressortverantwortung getragen zu haben, muss sich Gusenbauer nun auch um die aufgeregte Parteibasis kümmern, statt sich ausschließlich mit seiner Kanzleraufgabe zu beschäftigen. Doch eine Schonfrist werden die roten Regierungsmitglieder nicht erhalten. Immerhin sitzen ihnen bis auf wenige Ausnahmen regierungserfahrene Koalitionspartner gegenüber, denen die innerparteilichen Befindlichkeiten der SPÖ mehr als egal sind.

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