Prekäre Jobs für StudentInnen sind keine Alternative zu qualitätsvoller Sozialarbeit

GPA-DJP work@flex: Sozialarbeit zum Freikauf von Studiengebühren inakzeptabel

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - "Es ist inakzeptabel, dass StudentInnen nun die Studiengebühren mit prekären Jobs abarbeiten können", empört sich Clemens Miniberger vom Vorsitzendenteam der Interessengemeinschaft work@flex in der GPA-DJP. "Diese Maßnahme ist keineswegs sozial für Studierende und wertet zugleich die soziale Arbeit von der Idee her ab."++++

"Hier werden nur prekäre Beschäftigungsverhältnisse ohne soziale Absicherung geschaffen und eine Art indirekter Mindestlohn für prekäre Jobs eingeführt, der skandalös niedrig ist. Die Möglichkeit, seine Studiengebühren für nur sechs Euro pro Stunde abzuarbeiten, benachteiligt einkommensschwache StudentInnen gleich doppelt. Denn Studierende aus besser situierten Schichten werden das ohnehin nicht benötigen - zugleich ist ein so niedriger Stundenlohn völlig inakzeptabel", lehnt Miniberger die neue Maßnahme der Koalitionsvereinbarung vehement ab.

Soziale Arbeit kann außerdem von der Grundidee her nicht etwas sein, das zum 'Freikauf' von staatlichen Gebühren berechtigt. "Damit wird Sozialarbeit als eine Form von McJob abgewertet. Man bringt hier plötzlich ungelernte und billige Arbeitskräfte mit einer zweifelhaften Motivation auf den Markt. Das wiederum ist auch für die Klientel von sozialer Arbeit nicht zumutbar", kritisiert Miniberger. Nicht zuletzt könnten die billigen StudentInnen auch als Argument für Einsparungen im Sozialbereich benutzt werden.

"Seine Bildung abarbeiten zu müssen, ist in dieser Form unsinnig. Soziale Arbeit muss im Rahmen korrekter Beschäftigungsverhältnisse geleistet werden, von gut ausgebildeten und motivierten ArbeitnehmerInnen. Als Alternative zur Rücknahme der Studiengebühren kann dies keine Lösung sein", fordert Miniberger abschließend.

ÖGB, 11. Jänner
2007 Nr. 14

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