ÖH WU geht auf die Strasse für Fairness und Qualität

Wien (OTS) - Seit Monaten fordert die ÖH WU die beiden Parteien SPÖ und ÖVP auf, die wichtigen Themen in der Hochschulpolitik nicht unter den Tisch fallen zu lassen. Benedikt Rettenbacher (AktionsGemeinschaft WU), Vorsitzender der Österreichischen Hochschülerschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien (ÖH WU) zeigt sich enttäuscht darüber, dass zahlreiche essentielle Probleme im Regierungspakt nicht behandelt worden sind. "Die einzige Lösung, die uns als Allerweltsheilmittel für die Probleme und Bedürfnisse der Studierenden präsentiert wird, ist in erster Linie die - an sich positive - Ausweitung der Stipendien und in zweiter Linie eine skandalöse Verhöhnung der Studierendenschaft durch das angebotene gemeinnützige "Freiarbeiten" von den Studiengebühren."

Bereits am 25. Oktober 2006 hat die ÖH WU in einem offenen Brief an die Verhandlungsführer der nunmehrigen "neuen" Koalition genau diese Befürchtungen geäußert und gefordert, nachhaltig an den großen Qualitäts- und Gerechtigkeitsmängeln zu arbeiten. Leider ist im Koalitionspakt nicht viel davon zu lesen.

Unsere Forderungen waren und bleiben:

  • Adäquates Qualitätsmanagement und Evaluierung der Lehre mit Konsequenzen zur nachhaltigen Niveau- und Ansehenssteigerung der österreichischen Universitäten
  • Ein Ende der Diskriminierung von Nicht-EU-Ausländern, die doppelte Gebühren zahlen müssen, aber dennoch keine Arbeitsbewilligung bekommen
  • Flexibilisierung der Studienjahreinteilung, um ein effizientes Studium zu gewährleisten und vorhandene Kapazitäten optimal nutzen zu können
  • Öffentlichkeitswirksame Implementierung der Bachelorstudien, deren Image ihrer wahren inhaltlichen Qualität bei weitem nicht gerecht wird, inklusive Anerkennung der Bachelorabsolventen als Akademiker im Staatsdienst
  • Lösungen, für die auf uns zukommenden Kapazitätsprobleme auf Masterstudienebene
  • Rasche Behebung der qualitätsvernichtenden Betreuungsverhälnisse (an der WU kommen ca. 250 Studierende auf einen ordentlichen Professor!)
  • Aufwertung der Matura bzw. österreichweite Mindeststandards für Maturaabschlüsse, um das Qualitätsniveau während des ersten Studienjahres sicherzustellen
  • Wo bleiben vernünftige Konzepte für die große Zahl an Berufstätigen und kinderbetreuungspflichtigen Studierenden. Der Vollzeitstudierende existiert kaum noch. Aber das Hochschulsystem ist noch immer nicht auf diesen Umstand eingegangen. Stichwort Teilzeitstudium!

Im Koalitionspakt stehen maximal einzelne Sätze, die möglichst aussageschwach zu einzelnen der oben aufgeführten Punkte, einen schwammigen Wunsch äußern.

"Was haben die Regierungsverhandler und vor allem die Arbeitsgruppe Bildung eigentlich fast 100 Tage lang getan? Gelegentlich auf die Menschen zu hören, die wirklich Ahnung von der Materie haben, würde oft gut tun," so Benedikt Rettenbacher weiter.

Aus diesen Gründen wird sich die ÖH WU an der heutigen Studierendendemonstration beteiligen. "Die Beteiligung der WU-Studierenden richtet sich explizit nicht gegen Parteien oder einzelne Personen, sondern gegen die uns entgegengebrachte Ignoranz und die Missachtung der großen Probleme, denen wir Studierende täglich ausgeliefert sind, ohne dass es die relevanten politischen Kräfte je ernsthaft interessiert hätte," erläutert Rettenbacher und meint weiter: "Mit gewaltbereiten Demonstranten oder SPÖ-internen Zwistigkeiten wollen wir nichts zu tun haben! Das ist die Angelegenheit des VSSTÖ und weder unser Stil noch unser Problem. Wir fordern ausschließlich Fairness und Qualität mit entsprechend nachhaltigen Konzepten!" schließt Benedikt Rettenbacher.

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