Neues Volksblatt: "Rasch verpufft" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 11. Jänner 2007

Linz (OTS) - Innerparteilich hat der wegen des Ergebnisses der Koalitionsverhandlungen ausgebrochene Unmut über SPÖ-Chef Gusenbauer sicher längerfristigere Konsequenzen als in der breiten Öffentlichkeit. Denn ganz so falsch ist Gusenbauers Kalkül, dass die aus SP-Sicht suboptimale Ressortverteilung für den künftigen Auftritt der Partei nur eine bedingte Rolle spielt, nicht. In der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit wird anders gerechnet. Da gilt primär das persönliche Befinden als Maßzahl. Die als Kanzlerbonus bekannte Formel: Wo man sich wohl fühlt, nutzt das der jeweiligen Kanzlerpartei. Umgekehrt kann das subjektive Empfinden, auch entgegen objektivierbarer Fakten, auch zum Malus werden. Wer nun welchen Minister stellt interessiert da de facto schon bald niemanden mehr. Für die ÖVP stellt sich damit die strategische Grundentscheidung, wie sie es als Vizekanzler-Partei mit dem Kanzlerbonus, den Gusenbauer jedenfalls lukrieren wird, aufnimmt. Der Gefahr des Untergehens in der öffentlichen Wahrnehmung muss durch (positives) Auffallen begegnet werden. Ohne unkonventionelle Ansätze und Ecken und Kanten wird das nicht funktionieren.

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