Vom guten Vorsatz zur Tat: Ärzte werben für Nikotinverzicht

Wien (OTS) - Österreichische Ärztekammer führt Straßenplakataktion durch - Ärztinnen und Ärzte beraten aufhörwillige Raucher -Unterstützung durch Gesellschaft für Pneumologie, Ärzteinitiative gegen Raucherschäden, Nikotininstitut und Bürgerinitiative -gemeinsame Plattform fordert generelles Rauchverbot in Lokalen und an Arbeitsplätzen nach italienischem Vorbild - italienischer Medizinexperte Gorini am zweiten Jahrestag des italienischen Rauchverbots: Luftqualität in italienischen Restaurants und Bars deutlich besser, Gesundheitsprobleme weniger

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) macht sich in diesen Tagen mit einer bundesweiten Straßenplakataktion für den Ausstieg aus dem Rauchen stark. Auf großformatigen Straßenanzeigen wird für ein generelles "Nein" zum Rauchen geworben und für die Teilnahme von Raucherinnen und Rauchern an der kostenlosen Vorsorgeuntersuchung beim Arzt. "Wir hoffen, dass damit möglichst viele Raucherinnen und Raucher ihren Neujahrsvorsatz wahrmachen und einen Versuch unternehmen mit Hilfe ihrer Ärztin oder ihres Arztes vom Glimmstengel loszukommen", erklärten die Vizepräsidenten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Prim. MR. Dr. Walter Dorner und Dr. Othmar Haas die Intention der Aktion. "Unsere Ärztinnen und Ärzte werden den Raucherinnen und Rauchern dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen."

Bereits im Sommer hat die Österreichische Ärztekammer per Wartezimmerplakaten und Informationsfolder Patientinnen und Patienten auf die Gefahren des Rauchens und die gesundheitlichen Vorteile des Nichtrauchens aufmerksam gemacht. Im Jänner nun setzen die Ärzte auf die zum neuen Jahr gefassten Gesundheitsvorsätze der Österreicherinnen und Österreicher. Dabei ist die ärztliche Vorsorgeuntersuchung, die für alle Personen ab 18 gratis beim Arzt angeboten wird, eine gute Gelegenheit, das persönliche Risiko eines Rauchers zu erfassen und ein Gespräch mit der Ärztin bzw. dem Arzt über Ausstiegshilfen zu führen und sich individuelle Tipps für eine nachhaltige Abstinenz geben zu lassen.

"Die WHO hat alle Gesundheitsberufe weltweit aufgerufen, sich für den Nikotinverzicht zu engagieren. Die österreichischen Ärztinnen und Ärzte setzen mit dieser Initiative einen weiteren Schritt in diese Richtung und sind bereit, Raucherinnen und Rauchern medizinisch in jeder möglichen Form zu beraten, denn Nikotinverzicht ist ein wesentlicher Teil individueller, aber auch gesellschaftlicher Gesundheitsvorsorge", betonte ÖÄK-Vizepräsident Dr. Othmar Haas. Die Vorteile des Nikotinverzichts seien im übrigen evident. "Bereits einen Tag nach der letzten Zigarette ist das Risiko für einen Herzinfarkt kleiner. Nach drei Tagen ohne Zigarette verbessert sich die Atmung. Nach drei Monaten die Blutzirkulation und nach einigen Jahren ohne Rauchen sinkt das Herzinfarktrisiko fast auf Werte wie bei Nichtrauchern", rief Haas in Erinnerung.

Rauchverzicht bessert individuelle Gesundheit schon nach einem Tag

Aber auch für passivrauchende Nichtraucher sei der Nikotinverzicht von Raucherinnen und Rauchern wesentlich für die Gesundheit. So sei die Herzinfarktrate bei Nichtrauchern, die 22 oder mehr Stunden pro Woche Passivrauch ausgesetzt sind, um 45 Prozent erhöht, wissen die Ärztevertreter. Auch habe die Deutsche Krebshilfe kürzlich darauf aufmerksam gemacht, dass Passivrauchen die Brustkrebsrate bei Frauen unter 50 verdopple. Damit hätten weibliche Beschäftigte in der Gastronomie in Ländern ohne Rauchverbot ein erhöhtes Risiko.

Die Menschen in Österreich hingegen lebten "in erschreckender Unkenntnis" über die Gefahren des Passivrauchs, warnten die Ärztevertreter. So glaubt gemäß der jüngsten Eurobarometer-Untersuchung nur rund jeder zweite Österreicher (55 Prozent), dass Rauchen in Gegenwart einer Schwangeren Gefahren für das Ungeborene auslösen könnte (Vergleichswerte: Bulgarien: 81 Prozent, Rumänien 80 Prozent, Litauen: 82 Prozent).

Die künftige Bundesregierung sei daher aufgefordert, "ihren Teil der Hausaufgaben zu machen", forderte ÖÄK-Vizepräsident Prim. MR Dr. Walter Dorner. Dorner: "Dazu gehört unter anderem das konsequente, generelle Rauchverbot in geschlossenen öffentlichen Räumen. Wir werden als Ärztinnen und Ärzte nicht aufhören, die Umsetzung dieser so einfachen und dennoch so zentralen Vorsorgemaßnahme einzumahnen. Die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens, aber auch des Mitrauchens sind durch nichts zu beschönigen und die Nichtraucherzonen nur Kosmetik." Es sei widersinnig, dass die Gesundheitspolitik zwar ständig neue Pandemiepläne für die Grippe erstellen lässt und Atemschutzmasken empfiehlt, "sich aber bei einer so aktuellen Gesundheitsproblematik, die über zwei Millionen rauchende Menschen in Österreich und mindestens doppelt so viele Passivraucher, darunter viele unmündige Kinder und Arbeitnehmer betrifft, taub und blind stellt", so Dorner weiter.

Ärztekammer von weiteren Organisationen unterstützt

Ideell unterstützt wird die Aktion von der Gesellschaft für Pneumologie, der Ärzteinitiative gegen Raucherschäden, dem Österreichischen Nikotininstitut, sowie der Bürgerinitiative Generelles Rauchverbot. Forderungen dieser gemeinsamen Plattform mit der Österreichischen Ärztekammer für den Nichtraucherschutz an die Politik sind:

  • Rauchverbot in der gesamten Gastronomie zum gesundheitlichen Schutz von Gästen und Personal
  • Vervollständigung des Tabakgesetzes (kein Pseudo-Nichtraucherschutz ohne Sanktionen)
  • Deutliche Tabaksteuererhöhung
  • Verbesserung von Zollgesetzen und -fahndung
  • Zweckwidmung eines Teils der Tabaksteuereinnahmen für die Tabakprävention
  • Wirksamere Maßnahmen gegen illegale Tabakwerbung und Internethandel
  • Hilfe beim Ausstieg aus der Nikotinsucht bei niedergelassenen Ärzten als Kassenleistung
  • Bessere Aufklärung von Schwangeren, Eltern und Betreuungspersonen über die Gefahren des Rauchens als Aufgabe der Gesundheitspolitik
  • Steuervorteile für rauchfreie Betriebe und Entwöhnungsseminare im Betrieb

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