Werbebarometer: +6,2 auf der Optimismus-Skala

Drössler: "Erwartungen der Branche damit deutlich optimistischer als zu Jahresbeginn 2006" - Heimische Agenturen reüssieren verstärkt in Auslandsmärkten

Wien (PWK014) - Für die kommenden Monate wird mit einer Steigerung der Werbeinvestitionen in Österreich um 6,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gerechnet - das haben die Erhebungen zur jüngsten Ausgabe des Werbebarometers des Fachverbandes Werbung + Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ergeben. "Damit sind die Erwartungen der Branche deutlich optimistischer als zu Jahresbeginn 2006 - damals waren 2,6 Prozent erwartet worden", zeigte sich Peter Drössler, Obmann des Fachverbandes Werbung + Marktkommunikation, bei der Präsentation des Werbebarometers vor der Presse am heutigen Mittwoch erfreut. Das vom Fachverband initiierte Werbebarometer, eine im Quartalsrhythmus von Focus Media Research durchgeführte Analyse des österreichischen Werbemarkts, bildet die Einschätzung der Werbeentwicklung für den Zeitraum Dezember 2006 bis inklusive Mai 2007 durch die werbetreibende Wirtschaft und durch Agenturen ab.

Nach Werbebereichen gegliedert, sieht das Werbebarometer sowohl für den Bereich Internet/Neue Medien (+13,3 Prozent) als auch für Exportwerbung im Ausland mit +8,3 Prozent einen Zuwachs über dem Gesamtwert von 6,2 Prozent. Bei den klassischen Medien beträgt das erwartete Werbeplus für Print 4,5 Prozent, für Prospekte 4 Prozent. Für TV soll die positive Veränderung bei 3,6, für Außenwerbung bei 3,0 Prozent liegen. Das Wachstum für Hörfunk und Kino soll cirka 2 Prozent betragen.

"Regional ist die Stimmung im Westen, in Salzburg, Tirol und Vorarlberg, mit einem prognostizierten Plus von 8,1 Prozent am positivsten", sagt Sonja Brauner von Focus Media Research, dem mit der Werbebarometer-Erhebung beauftragten Institut, in Vertretung des erkrankten Focus-Geschäftsführers Josef Leitner. "Der Optimismus-Zuwachs dürfte damit aber wohl den Gipfel erreicht haben", meint Fachverbandsobmann Drössler. Im Dezember hat die IAA einen Zuwachs von 2 Prozent Nettospendings für 2007 prognostiziert. Ob sich unterm Strich dann für 2007 doch ein Wachstum von 5,5 Prozent wie im Jahr 2006 ausgeht, werde die Zukunft zeigen. Er rechnet mit einer Verlangsamung des Wachstums, trotz der derzeit guten Stimmung. Umso wichtiger sei, dass die Branche positive Impulse erhalte: "Ganz oben auf der Tagesordnung bleibt daher die Abschaffung der Werbeabgabe", so Drössler.

Die Werbeentwicklung im Zeitraum von Jänner 2005 bis November 2006 bezeichnen Drössler und Brauner als "deutlich über den damaligen Erwartungen". Die im Jahresvergleich höchsten Zuwächse verzeichneten abermals Neue/Online-Medien (+26,8 Prozent), Privat-TV (+18,3 Prozent) und Direct Mails (B2C) mit 13,3 Prozent. Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet, waren "Persönlicher Bedarf", Freizeit/Sport und "Reinigung" in diesem Zeitraum Bereiche mit einer expansiven Werbeentwicklung.

Die internationale Vernetzung der österreichischen Werbewirtschaft und das erfolgreiche Wirken heimischer Kreativer in Auslandsmärkten wurde durch Werbebarometer-Zusatzfragen schlaglichtartig beleuchtet. Denn, so Drössler: "Von internationalen - vor allem deutschen -Agenturen, die in Österreich Niederlassungen gründen und sich heimische Etats holen, wird immer wieder geredet. Wir wollten nun wissen, wie es ‚in die andere Richtung’ aussieht. Darum haben wir nach der Einschätzung gefragt, wie österreichische Agenturen am internationalen Markt reüssieren." Das Ergebnis: Insgesamt 15 Prozent aller Aufträge kommen von Auftraggebern aus dem Ausland. "Wichtig ist dabei zu sehen, dass auch für kleine Unternehmen am internationalen Markt immer wieder sehr interessante Nischen zu besetzen sind, Internationalisierung also kein alleiniges Privileg von großen Unternehmen ist", hob Drössler in dem Zusammenhang hervor. Es sei daher eines seiner Ziele, in nächster Zeit gezielte Impulse zu setzen, um österreichische Unternehmen am internationalen Markt zu unterstützen. Er setzt dabei auf eine stärkere Zusammenarbeit mit der AWO, der Außenwirtschaftsorganisation der WKÖ, und der ARGE Creativwirtschaft.

Ein weiteres Ergebnis der Zusatzfragen zum Werbeberometer zeigt eine funktionierende deutsch-österreichische Partnerschaft:
Auftraggeber aus Deutschland arbeiten gerne mit Agenturen aus Österreich. Immerhin gilt Deutschland mit 44 Prozent als wichtigstes Herkunftsland ausländischer Autraggeber für Agenturen in Österreich. Drössler führte weiter aus, "dass zwar Deutschland von den Befragten als wichtigstes Auftraggeberland gesehen wird. Aber auch aus Osteuropa kommen Aufträge in nicht zu unterschätzendem Ausmaß." Erfreulich auch ein weiterer Trend: Agenturen gehen mit österreichischen Auftraggebern mit ins Ausland. Als ein Beispiel von vielen nannte Drössler die Agentur Demner, Merlicek & Bergmann mit den Etats für die Mobilkom-Töchter "Tomato" (Kroatien) und "Loop" (Bulgarien). Aber auch kleinen Agenturen gelänge es immer wieder, Chancen am internationalen Markt zu nutzen.

Eine weitere Aufgabe sieht der Fachverband Werbung + Marktkommunikation als Interessenvertretung der heimischen Werbewirtschaft mit Peter Drössler an der Spitze darin, Agenturen aus Österreich verstärkt zu motivieren, sich an internationalen Wettbewerben zu beteiligen: "Besonders das Golden Drum-Festival in Portoroz, das in den vergangenen Jahren zu einer internationalen Bühne für österreichische Werbung geworden ist, wird da noch interessanter; und das umso mehr, als es durch die Kooperation mit dem AdFest AsiaPacific und dem FIAP-Festival LatinAmerica zu einem globalen Festival regionaler Kampagnen aufgewertet werden soll", so Drössler abschließend. (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Werbung & Marktkommunikation
Mag. Günther Schönauer
Tel.: 05 90 900-3539
E-Mail: werbung@wko.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003