Mitterlehner fordert rasche Maßnahmen gegen Missstände auf Europas Energiemärkten

Große Zusammenschlüsse und die unzureichende Umsetzung der EU-Richtlinien behindern den Wettbewerb auf den Energiemärkten

Wien (PWK012) - Einen "dringenden Handlungsbedarf" sieht Reinhold Mitterlehner bei der Liberalisierung der europäischen Energiemärkte gegeben: Angesichts des heute Mittwoch von der EU-Kommission in Brüssel vorgelegten "Energie-Paketes" fordert der Generalsekretär-Stellvertreter der Wirtschaftskammer Österreich nun "rasch konkrete Maßnahmen zur Verwirklichung eines funktionierenden europäischen Energie-Binnenmarktes als Fundament einer gemeinsamen Energiepolitik".

Die Symptome von schlecht funktionierendem Wettbewerb häuften sich: "Auf europäischer Ebene führen große Zusammenschlüsse und die unzureichende Umsetzung der EU-Richtlinien dazu, dass es kaum Wettbewerb auf den Energiemärkten gibt", so Mitterlehner. Ein ungleicher Informationsstand bei Marktteilnehmern, Engpässe im grenzüberschreitenden Handel sowie unzureichende und uneinheitliche Kompetenzen der Regulatoren tragen erheblich zu den massiven Energiepreiserhöhungen der letzten Jahre bei.

"Ein Schlüsselelement für mehr Transparenz und Wettbewerb ist die Nachschärfung und bessere Durchsetzung der geltenden Unbundling-Bestimmungen", betonte Mitterlehner. Die unzureichende Trennung von Erzeugungs-, Versorgungs- und Netztätigkeit habe weiterhin negative Auswirkungen auf die Gleichbehandlung der Marktteilnehmer. "Mangelndes Unbundling kostet jeden Konsumenten Geld." Außerdem fordert die WKÖ effektive Sanktionsmöglichkeiten für Regulatoren sowie Wettbewerbsbehörden, einen beschleunigten Infrastrukturausbau sowohl bei Strom als auch bei Gas (Nabucco-Projekt) und die Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.

Abschließend verwies Mitterlehner auf die gemeinsame Beratungs-und Unterstützungsinitiative von Wirtschaftskammer Österreich und Energie Control: "Unternehmen aller Branchen können sich informieren, wie sie ihren Stromeinkauf durch Lieferantenwechsel oder Neuverhandlung mit dem bestehenden Lieferanten optimieren können." Der Auftakt der Informationskampagne findet am 23. Jänner 2007 im Haus der Wirtschaft in Wien statt. Weitere Termine folgen in den kommenden Monaten in den jeweiligen Landeskammern. (FA)

Rückfragen & Kontakt:

EU-Büro der Wirtschaftskammer Österreich
Mag. Franziska Annerl,
Tel.: +32/474/472594

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0001