ARBÖ-Appell an Verkehrsminister Faymann: Stopp mit "Tempo 100"

Protestunterschriften auf www.arboe.at wieder möglich

Wien (OTS) - Künftig wird die Kompetenz für Tempolimits , die gemäß dem Immissionsgesetz (IG Luft) eingeführt wurden, in den Händen des Verkehrsministers liegen. Der ARBÖ fordert den neuen Verkehrsminister Werner Faymann auf, die jetzigen "Lufthunderter" abzuschaffen, die keine nachhaltige Verbesserung bringen.

Der ARBÖ stützt sich dabei auf die bereits gesammelten 151.238 Protestunterschriften und bietet ab heute, Mittwoch, wieder die Möglichkeit an, auf der Website www.arboe.at gegen Tempo 100 zu unterschreiben.

"Jeder, der will, hat jetzt nochmals die Chance seinen Protest zu manifestieren", sagt ARBÖ-Präsident KR Dr. Heinz Hofer. Ein Protest, der auch nach der Überreichung der 151.238 Unterschriften an den damals amtierenden Verkehrsminister Hubert Gorbach, nicht abgerissen ist.

"Der Aufruf des ARBÖ zur Weiterführung der Protestaktion gegen die Einführung von Tempo 100 ist nicht als autofahrerfreundlicher Akt der Umweltzerstörung zu werten, sondern als Kritik an einer unsinnigen Alibimaßnahme, die keine Umweltprobleme löst", so Hofer.

Denn durch die verschiedenen "Luft"-Hunderter für Pkw auf Autobahnabschnitten in Tirol, Oberösterreich und in der Steiermark können Feinstaub-Emissionen n ur im Promillebereich eingespart werden, zeigen jüngste Berechnungen des ARBÖ.

"Gemessen an den jährlichen 6.904 Tonnen Feinstaub-Emissionen des gesamten Straßenverkehrs bedeuten die eingesparten 3,8 Tonnen nur eine Verringerung um 0,5 Promille. Im Vergleich mit den 45.146 Tonnen Gesamtfeinstaub, die pro Jahr produziert werden (Verursacher:
Industrie, Hausbrand, Baumaschinen, Landwirtschaft), ist das ein Klacks", bringt der ARBÖ-Präsident die Kritik auf den Punkt

Zwt: 5 Argumente gegen die Einführung von Tempo 100

* Tempo 100 führt zu keiner wesentlichen Reduktion der Feinstaub- und Stickoxidbelastung.

* Tempo 100 für alle trifft die Falschen.
Denn das völlig undifferenzierte Tempolimit gilt auch für Dieselfahrzeuge mit Partikelfilter und moderne Benziner, die gar keinen Feinstaub ausstoßen.

* Tempo 100 geht an LKW, die sehr stark zur Feinstaub- und Oxidbelastung beitragen, völlig vorbei.

* Tempo 100 kann durch die Telematik (Überkopfanzeigen) bei hoher Feinstaubbelastung bereits vorgeschrieben werden. Der ARBÖ fordert flexible Steuerung der Geschwindigkeit statt starren Tempolimits.

* Tempo 100-Vergehen nach dem IG-Luft werden höher bestraft als Delikte nach der Straßenverkehrsordnung. Die so eingenommenen Strafgelder müssen zudem nicht mit dem Bund (Polizei) geteilt werden, sondern fließen zur Gänze den Ländern und Gemeinden zu - ein lukratives Geschäft.

Protestunterschriften gegen Tempo 100 können entweder direkt online auf arboe.at, per Fax oder Post abgegeben werden. Auch in den ARBÖ-Prüfzentren liegen Unterschriftenlisten auf.

Fax an den ARBÖ senden: 01/89121-927

Post an: ARBÖ, Mariahilfer Straße 180, A-1150 Wien

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