Neues Volksblatt: "Verkehrte Welt" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 10. Jänner 2007

Linz (OTS) - Am Tag 100 nach der Wahl ist hat sich zwar am
Ergebnis des Urnengangs nichts geändert. Und doch sieht die Welt für den vermeintlichen Sieger SPÖ und den vermeintliche Verlierer ÖVP ganz anders aus als am Abend des 1. Oktober 2006.
Die Volkspartei hat geraume Zeit gebraucht, das Ergebnis zu verarbeiten. So sicher schien der Wahlsieg, dass der knappe Wahlausgang mit 40.000 Stimmen Rückstand auf die SPÖ wie ein Blitz einschlug, der Schock hielt lange an. Die SPÖ wiederum vergaß im Siegestaumel, dass auch sie 250.000 Stimmen verloren hatte. Jetzt wirkt das Verhandlungsergebnis auf die rote Basis nicht anders als das Wahlergebnis auf die ÖVP.
Wolfgang Schüssel hat die Zeit nicht nur für erfolgreiche Koalitionsverhandlungen genutzt, sondern auch das Haus neu bestellt. Dass das Regierungsprogramm im Parteivorstand einstimmig verabschiedet wurde, ist ein klares Signal an die gebeutelte SPÖ, dass diese einem geschlossenen Regierungspartner gegenübersteht. Dem ließ der neue Obmann Wilhelm Molterer die unmissverständliche Kampfansage folgen, dass die ÖVP bei der nächsten Wahl wieder die Nummer eins werden will.

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