Karl-Heinz Grasser im Exkklusiv-Interview mit ÖSTERREICH: "Ich wollte keine Kampfabstimmung!"

Der Finanzminister über sein Ausscheiden aus der Politik und seine Zukunftspläne: "Mein Ziel ist die Selbständigkeit"

Wien (OTS) - In einem Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (morgige Mittwoch-Ausgabe) nimmt Karl-Heinz Grasser erstmals zu seinem Ausscheiden aus der Regierung Stellung. Grasser im morgigen ÖSTERREICH: "Meine Überzeugung war immer, dass ich nicht Berufspolitiker werden will und dass sieben Jahre Finanzminister genug sind. Das habe ich Wolfgang Schüssel zum ersten Mal schon am 2. Oktober ganz klar gesagt." Schüssel hätte ihm daraufhin eine Rolle als Vizekanzler und Finanzminister in der künftigen Regierung angeboten. Grasser in ÖSTERREICH: "Das wäre natürlich ein nächster Schritt, eine neue spannende Aufgabe gewesen." Seine Zusage dafür sei aber nur unter der Voraussetzung einer breiten Zustimmung in der ÖVP erfolgt. Grasser im ÖSTERREICH-Interview: "Ich habe immer gesagt: Ich mache es, wenn die ganze ÖVP das will - aber es müssen alle in der Partei dahinterstehen. Das hat man mir zugesagt. Aber gestern nacht wurde klar, dass einzelne eine Kampfabstimmung im Parteivorstand herbeiführen wollten. Und da war immer klar: Das tu ich mir nicht an, das tu ich meinem engen Freund Willi Molterer nicht an. Eine Kampfabstimmung wäre ein ganz schlechter Start in eine Koalition gewesen."

Grasser betont in ÖSTERREICH, dass er ohne Kampfabstimmung das Amt des Vizekanzlers "mit Freude" übernommen hätte, betont aber: "Es ist völlig legitim, wenn der eine oder andere in der ÖVP die Meinung hat, dass der Parteichef auch Vizekanzler sein muss. Ich hab dem Willi Molterer immer gesagt: Der Parteiobmann muss auch den Vize machen. Er wollte das teilen, ich habe das sehr geschätzt."
Laut Grasser sei Willi Molterer "die einzige Integrationsfigur, der man zutrauen kann, dass er die ÖVP zu neuen Erfolgen führt."
Im Interview mit ÖSTEREICH nimmt Grasser erstmals auch zu seiner neuen beruflichen Zukunft Stellung und dementiert Gerüchte, er würde in Kürze Investmentbanker bei einer internationalen Investmentfirma in London werden. Grasser im morgigen ÖSTERREICH: "Es gibt zwei Optionen: Die eine ist eine Funktion in der Industrie, die zweite eine in der Finanzwelt - also Investmentbanker oder Private Equity. Aber mein Ziel ist nicht ein Job in einer Bank, auch nicht im Ausland. Mein Ziel ist die Selbständigkeit, ich will mein eigener Unternehmer werden, etwas schaffen und aufbauen."

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