Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Undogmatische rote Wege (von Claudia Grabner)

Ausgabe 9. Jänner 2007

Klagenfurt (OTS) - Vergessen Sie alles, was Sie an politologischen Weissagungen vernehmen. Denn: Politik ist unberechenbar. Ihr Handeln nicht vorhersehbar. Jener abgewählte Mann, der für seine Partei nur noch die Koalitionsverhandlungen führen wollte, ist gestern fulminant wiederauferstanden: Vom Loser, der sich schleichen sollte, zum Parteichef, der wählen darf. Was nehmen wir denn? Soll´s der Finanzminister sein? Oder doch der Außenminister? Vielleicht das Innenressort? Die Wirtschaft? Wolfgang Schüssel is back - und mit ihm ein großer Brocken seiner Politik.
Freilich, der Kanzler - der ist Schüssel durch die Lappen gegangen. Doch das wäre dann doch zu viel des Unvorhersehbaren gewesen. Der Kanzler, der heißt Alfred Gusenbauer. Sein Lebenstraum ist erfüllt. Seine Parteigenossen jubeln ...
... pflichtbewusst, weil der Preis, den die SPÖ zu zahlen hatte, ein bisserl sehr deftig ist?
... überzeugt, weil die neue SPÖ-Regierung Österreich moderner, sozialer und leistungsfähiger machen will?
Gusenbauer hat es gestern ausgesprochen: Man gehe den undogmatischen Weg. Gemeint hat er jenen der Studiengebühren. Allerdings findet sich Ähnliches im gesamten Regierungspaket. Und das bedeutet Erklärungsbedarf: Die SPÖ hat ihren Wählern zu beweisen, dass Undogmatisches nicht zwangsläufig Nicht-Rot sein muss.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
ktzredaktion@apanet.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001