ÖH WU zu Studiengebühren: Für Gerechtigkeit und Qualität!

Gusenbauer macht politischen Wortbruch endgültig salonfähig.

Wien (OTS) - Als "schockierende Dummheit" bezeichnet Benedikt Rettenbacher (AktionsGemeinschaft), Vorsitzender der Hochschülerschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien (ÖH WU) den angeblichen Kompromiss zum Thema Studiengebühren.

Bei genauer Betrachtung entpuppt sich das Regierungsmodell als populistische Mogelpackung der Extraklasse. Studiengebühren bleiben so wie bisher. Stipendien werden erhöht, allerdings ist das Ausmaß der Erhöhung noch unklar. 60 Stunden Sozialarbeit mit einem gegengerechneten Stundensalär von 6,06 Euro zur Abarbeitung der Gebühr ist schlicht ein sachlich wertloser politischer Kompromiss um Alfred Gusenbauers Gesicht zu wahren. In der studentischen Realität wird selbst der schlechteste Studierendenjob besser bezahlt. Daher werden lediglich jene Studierenden diese Arbeit geltend machen, die dies ohnehin jetzt schon ehrenamtlich tun.

"Mit anderen Worten bleibt alles wie es ist. Mir tun allerdings jene Studierenden leid, die auf die Versprechungen der SPÖ gebaut haben," so Rettenbacher weiter. Die ÖH WU hat in den letzten Monaten mehrfach darauf hingewiesen, dass sie die Reduktion der Diskussion rund um Österreichs Universitätssystem auf die Studiengebührenproblematik als inhaltlich unsinnig und populistisch motiviert für unzureichend und falsch erachtet. Diese sogenannte Lösung des Problems schönzureden ist nicht nur zynisch, sondern beleidigt auch die Intelligenz aller Studierenden.

"Die Universitäten und besonders wir Studierende haben Probleme, die weit über die Studiengebühren hinausgehen," betont Rettenbacher.

Wo bleiben die Konzepte zu einem adäquaten Qualitätsmanagement in der Lehre?
Wann wird es endlich Evaluierungen der Lehre geben, die ernsthafte Qualitätsverbesserungen bringt?
Wie sieht in Zukunft die Gebührenhöhe und die Arbeitsbewilligung für studierende Nicht-EU Ausländer aus?
Wie kann man die Einteilung des Studienjahres flexibilisieren, sodass die Lehrkapazitäten der ProfessorInnen steigen ohne die Forschung zu gefährden?
Wo bleibt die öffentlichkeitswirksame Implementierung und Umsetzung der Bachelorstudien, damit die Absolventen auch eine ihnen würdige Chance am Arbeitsmarkt bekommen?
Wie will die Regierung mit dem Mengenproblem auf Masterebene umgehen?

Wie wird der/die neue MinisterIn das schlechte Betreuungsverhältnis (WU: ca 250 Studierende pro Professor) lösen?
Wird es eine Aufwertung der Matura oder österreichweite Mindeststandards für Studienberechtigungen geben?
Und zumal ja der Großteil unserer Studierenden einer regelmäßigen Arbeitstätigkeit nachgehen muss um sich das Studium überhaupt leisten zu könne: Wo bitte bleibt die vernünftige Lösung für berufstätige Studierenden?

"Fragen über Fragen, die alle im Zuge der Regierungsbildung besprochen gehört hätten. Leider wurden all diese wichtigen Themen auf dem Altar der politischen Kompromisse und der politischen Gesichtswahrung geopfert. Das kommt einem fahrlässigen Totschlag am Hochschulwesen gleich," zeigt sich Benedikt Rettenbacher enttäuscht. "Die ÖVP verspricht uns seit Jahren Qualität, die nie gekommen ist. Die SPÖ versprach uns Fairness und eine Politik für jene Menschen, die davon betroffen sind. Nichts davon ist übrig geblieben! Die ÖH WU wird auch weiterhin genau dafür kämpfen: Gerechtigkeit und Qualität! Wir arbeiten seit Jahren für diese Ziele an der WU ohne die geringste Unterstützung seitens der Politik und das werden wir auch in Zukunft tun," schließt Benedikt Rettenbacher.

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