ÖGJ: Beibehaltung der Studiengebühren inakzeptabel

Ersatzarbeit trifft vor allem berufstätige Studierende - Qualitätsverlust und Lohndumping im Sozialbereich drohen

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Die Beibehaltung der unsozialen Studiengebühren ist nicht akzeptabel, und die Möglichkeit sich durch Zwangsarbeit davon freizukaufen, ist eine zusätzliche Belastung vor allem für arbeitende Studierende", kritisiert der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Michlmayr, die heutige Einigung der künftigen Koalitionspartner. Zwangsverpflichtete Studierende ohne entsprechende Ausbildung würden außerdem die Qualität der Sozialarbeit gefährden. Außerdem droht Lohndumping.++++

Nach wie vor gibt es erhebliche Probleme bei der Vereinbarkeit von Studium und Beruf. Die letzte Studierendensozialerhebung aus dem Jahr 2002 hat ergeben, dass bereits zwei Drittel der Studierenden während des Semesters berufstätig sind. Der Anteil von Studierenden mit Teilzeitjobs ist stark gestiegen (von 20,4 Prozent im Jahr 1998 auf 35,3 Prozent). "Diese Studentinnen und Studenten haben ohnehin zu wenig Zeit für ihr Studium, das sie immer schneller absolvieren sollen, um nicht als Bummelstudenten beschimpft zu werden. Zusätzlich zum Arbeits- und Studienaufwand auch noch Zeit für Zwangsarbeit aufzubringen ist beinahe unmöglich", so Michlmayr.

Der ÖGJ-Vorsitzende zweifelt auch an der praktischen Durchführbarkeit: "Welche Organisation soll einen unausgebildeten, schlecht motivierten Zwangsarbeiter aufnehmen, der 60 Stunden abarbeiten muss, damit er es sich leisten kann zu studieren?" Sollte sich das Modell doch durchsetzen, drohen Lohndumping und eine unfaire Konkurrenzierung normaler ArbeitnehmerInnen im Sozialbereich.

Die Gewerkschaftsjugend lehnt Studiengebühren ab, da sie eine zusätzliche Barriere für Studierende aus einkommensschwächeren Familien bedeuten. "Die Einführung der Studiengebühren steht nachweislich dem Ziel einer weiteren Erhöhung des Anteils von Kindern aus Klein- und Mittelverdienerfamilien entgegen", so Michlmayr abschließend. (fk)

ÖGB, 8. Jänner 2007
Nr. 12

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