Ärztekammer warnt vor "unkontrollierten Ausweitungen" bei der E-Card

Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge wird aber positiv bewertet

Wien (OTS) - "Nichts gegen die Optimierung der Information und Einsatz der Elektronik in der Medizin. Aber alles gegen mögliche Verletzungen des Datenschutzes und der Privatsphäre des Patienten." So lauten die Ermahnungen der Wiener Ärztekammer auf die Ankündigung der kommenden Regierungskoalition und des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger, die Funktion der E-Card in nächster Zukunft auszuweiten und auch Apotheken miteinzubeziehen. ****

Damit werde dem Datenmissbrauch Tür und Tor geöffnet, befürchtet Ärztekammerpräsident Walter Dorner. Für ihn gilt nach wie vor der Grundsatz: "Die Entscheidung, welche Daten auf der E-Card gespeichert und weitergegeben werden, liegt im Verantwortungsbereich des mündigen Patienten und seines Vertrauensarztes. Und sonst nirgendwo."

"Gerne übernimmt auch die Ärztekammer selbst die Verantwortung für die Verwahrung und Wartung der Patientendaten", so Dorner, der keine Missverständnisse aufkommen lassen möchte. "Die E-Card wurde von den Patienten gut angenommen und ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit für jeden Österreicher. Wir sperren uns nicht gegen digitale Kommunikationskanäle und bessere Vernetzung der Informationen. Aber es müssen moralische und ethische Grenzen gesetzt werden."

Zudem müsse eine interne Kosten-/Nutzen-Rechnung angestellt werden: "Nur wenn die zusätzlichen Kosten der neuen Anwendung der Ärzteschaft abgegolten werden, werden wir dabei mitmachen", so der Ärztekammerpräsident.

Bei Forschung hinkt Österreich der EU hinterher

Gegen eine moderate Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge, wie von SPÖ und ÖVP kürzlich postuliert, hat die Ärztekammer "grundsätzlich nichts einzuwenden". Dorner verweist in diesem Zusammenhang allerdings darauf, dass die dabei lukrierten Gelder zwar dafür reichen würden, die Grundversorgung in Österreich auf gutem Niveau auch in naher Zukunft zu sichern. "Die im Bereich der Spitzenforschung notwendigen Investitionen können damit aber nicht gedeckt werden."

Mit voraussichtlich 2,4 Prozent Forschungsausgaben vom Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2006 sei Österreich noch relativ weit von den EU-Zielvorgaben mit 3 Prozent entfernt. Dorner fordert von der neuen Regierung daher eine sukzessive Anhebung der Forschungsausgaben in Österreich, um das angepeilte EU-Niveau möglichst rasch zu erreichen. Nur so könne mit neuen innovativen Produkten im medizinischen Bereich auf einem internationalen und sehr kompetitiven Markt gepunktet werden, betont Dorner. (hpp)

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
Fax: (++43-1) 51501/1289
hpp@aekwien.at
http://www.aekwien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAW0001