Kulturgewerkschaft sieht Bankrotterklärung der Kulturpolitik

Wien (KMSfB/ÖGB) - Kultur ist seit Viktor Klima "Chefsache". Für die Kunstschaffenden war es eher eine Chefsuche. Für die Künstlerinnen und Künstler Österreichs hatte der damalige Bundeskanzler genau einmal eine (!) Stunde Zeit.++++

Nun soll Kultur "Regierungsschwerpunkt" werden. Ein klares Programm gibt es nicht. Manches wolle "man bewusst offenlassen", meinte Josef Cap Anfang Dezember. Bereits am 27. Februar versprach Alfred Gusenbauer im Rahmen von "Change 06" vor mehr als hundert Kunstschaffenden "die Einrichtung eines Kulturministeriums unter SPÖ-Kanzlerschaft" [nachzulesen unter www.change06.at].

Heute sagt Gusenbauer: "Ein eigenständiges Kulturministerium ist ... nicht so sinnvoll. Das hat sich in der Diskussion so durchgesetzt. Kultur wird ein Regierungsschwerpunkt und soll nicht unter die Räder kommen." Aus dem Regierungsschwerpunkt wird dadurch absehbar ein Regierungsschwachpunkt.

"Das ist keine Politik. Das ist nur die Verwaltung des Niedergangs", erklärt dazu Peter Paul Skrepek, Vorsitzender der Kulturgewerkschaft. Besonders tragisch sei es, wenn eine solche Bankrotterklärung von einer Partei komme, die Kultur früher als Eckpfeiler einer gerechteren Welt angesehen hat. "Wir bestehen auf einem Ministerium für Kunst und Kultur unter der Führung einer kompetenten Persönlichkeit, die sich dafür einsetzt, dass die Kunstschaffenden in Österreich auf ihrem Gebiet arbeiten dürfen und von ihrer Arbeit leben können. Dazu muss das Kunstbudget mindestens auf Abfangjägerhöhe angehoben werden", so Skrepek abschließend.

ÖGB, 8. Jänner 2007 Nr. 10

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