"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Problem namens Befindlichkeiten" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 8. Jänner 2007

Wien (OTS) - Fast 100 Tage haben Gusenbauer und Schüssel nichts weitergebracht und jetzt scheinen sie eine Zusammenarbeit kaum noch erwarten zu können: Plötzlich sehen sie kein Problem, das nicht lösbar wäre.
Die Frage, was zur Wende geführt hat, werden Gusenbauer und Schüssel vielleicht einmal in einer Biografie beantworten; heute lässt sich das nicht klären.

Die inhaltlichen Differenzen sind von vornherein überwindbar gewesen:
Von den Sozialdemokarten sind genausowenig urkommunistische Reformen gefordert worden, wie von der Gegenseite neoliberale Veränderungen; das hätte eine Zusammenarbeit unmöglich gemacht.
SPÖ und ÖVP haben sich überhaupt nicht lange mit Zukunftsfragen (Bildung, Pflege) herumgeschlagen, sondern mit Fragen, die im Vergleich dazu als Lappalien bezeichnet werden müssen (Studiengebühren, Eurofighter).
Dass die Verhandlungen so dahin getümpelt sind, war also nicht auf die Inhalte zurückzuführen. Ausschlaggebend waren vielmehr persönliche Befindlichkeiten. Und das ist nur noch peinlich.

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