ÖGB: Kein Anlass für Aufhebung der Quotenregelung für Facharbeiter

Leutner: Ausbildung der Jugendlichen im Inland muss Vorrang haben

Wien (ÖGB) - Der ÖGB sieht keinen Anlass für die von der Wirtschaftskammer geforderte Aufhebung der Quotenregelung für Facharbeiter. Der Leitende Sekretär im ÖGB, Richard Leutner, hält zu der heute im ORF-Morgenjournal von Martin Gleitsmann von der WKÖ gestellten Forderung fest: "Aktuell suchen in Österreich knapp 20.000 junge Menschen eine Lehrstelle. Die Arbeitgeberseite sollte lieber mehr Anstrengungen treffen, um die Jugendlichen im Inland auszubilden. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist in den vergangenen Jahren gesunken."++++

Die Wirtschaft solle ihren Fokus auf die Ausbildung der Menschen im Inland richten. "Die jungen Menschen müssen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Dazu gehört, dass sie eine hochwertige Ausbildung erhalten. Hier sind die Betriebe gefordert", sagt Leutner. Dazu komme, dass in den nächsten Jahren aufgrund der bereits beschlossenen Anhebung des Pensionsanfallsalters und der Integration von MigrantInnen mit zusätzlichen 70.000 Arbeitskräften zu rechnen sei. "Deshalb besteht keinerlei Anlass zur Aufhebung der Quotenregelung für Facharbeiter. Die von der Wirtschaftskammer aufgestellte Forderung ist mit der aktuell schlechten Arbeitsmarktlage keineswegs in Einklang zu bringen", sagt Leutner.

Zu einer Überprüfung und Überarbeitung der Schlüsselkraft-Regelung sind die Interessenvertretungen der ArbeitnehmerInnen bereit. Dies könne jedoch nicht dazu führen, dass ausländische Facharbeiter unter Ausschaltung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes am Arbeitsmarkt zugelassen werden, so Leutner abschließend.

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ÖGB,6. Jänner 2007 Nr.8

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