Naturfreunde: PKW-Maut droht zur Lärmfalle für Anrainer von Bundes- und Landesstraßen zu werden

Frais: "Naturfreunde lehnen PKW-Maut aus ökologischen und sozialen Gründen ab"

Wien (SK) - "Was als Finanzierungslösung für den Schuldenberg beim heimischen Autobahnbau angedacht ist, entpuppt sich als dauerhafte Lärmfalle für die Anrainer des niederrangigen Straßennetzes", fasst der Bundesvorsitzende der Naturfreunde Karl Frais die Befürchtungen der Bevölkerung zusammen. Eine von den Naturfreunden in Auftrag gegebene IFES-Studie hat ergeben, dass nur knapp ein Drittel der Bevölkerung an eine Lärm-Entlastung der Autobahn-Anrainer durch eine PKW-Maut glaubt. Umgekehrt sind jedoch 81 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass die PKW-Maut zur stärkeren Lärmbelästigung der Anrainer von Bundes- und Landesstraßen führen wird. "Die Bevölkerung weiß, dass die Gefahr des PKW-Ausweichverkehrs als Folge der PKW-Maut besteht. Betroffen wären davon jedoch viel mehr Menschen, weil das Gebiet entlang Bundes- und Landesstraßen gegenüber Autobahnen wesentlich stärker besiedelt ist", warnte Frais am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Die Studie der Naturfreunde umfasst 800 Telefoninterviews mit Menschen über 18 Jahren und ist repräsentativ für ganz Österreich. 37 Prozent der Befragten gehen als Folge der PKW-Maut von einer starken Verlagerung des PKW-Verkehrs auf die Ausweichrouten und von einer hohen zusätzlichen Belastung der Anrainer von Bundes- und Landesstraßen aus. Zusätzliche 44 Prozent (insgesamt also 81 Prozent) gehen von einer Verlagerung in einem gewissen Ausmaß und einer dementsprechenden zusätzlichen Lärmbelästigung für die Anrainer aus. Nur 15 Prozent glauben, dass keine Verschlechterung erfolgt.

"Die Bevölkerung kennt die Gefahren des Maut-Ausweichverkehrs bereits jetzt von der LKW-Maut. Es ist den Menschen daher bewusst, dass auch eine PKW-Maut eine Mautflucht zur Folge hätte und zu massiven Verschlechterungen bei der Lärmbelästigung auf den Ausweichrouten führen würde", betonte Frais.

Die Naturfreunde lehnen daher eine PKW-Maut als ökologisch und sozial falsche Maßnahme ab. "Mit einer Verkehrsverlagerung auf das niederrangige Straßennetz ist niemandem gedient. Schließlich gibt es gerade bei Autobahnen spezielle Widmungen und Auflagen, um möglichst wenige Menschen diesem Lärm auszusetzen. Wenn als Folge der PKW-Maut dieser Lärm aber auf andere Straßen verlagert würde, dann erwiese man dem Lärmschutz in Österreich und den betroffenen Anrainern einen Bärendienst", so der Bundesvorsitzende. (Schluss) up/mp

Rückfragehinweis: Naturfreunde Österreich, Reinhard Dayer (Bundesgeschäftsführer), Tel. 0664 | 150 31 36

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0001