ÖAMTC: Wetterlage und Silvesterraketen verschärfen Feinstaubproblematik in einigen Regionen massiv

Messwerte in der Silvesternacht jedes Jahr weit über den zulässigen Grenzwerten

Wien (OTS) - "Das Ansteigen der Messwerte bei Feinstaub und Stickoxid ist dieser Tage der Wetterlage zuzuschreiben. Dazu kommt der bevorstehende Silvester und die zahlreichen Feuerwerke, die ein massives Ansteigen der Messwerte auch bei Schwefeldioxid vorantreiben werden", erläutert ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Bestehen doch Silvesterraketen aus anorganischen Salzen wie Barium, Kalium, Kalzium oder Kupfer, also Stoffe, die beim Abschießen nicht verbrennen. Feuerwerkskörper enthalten noch dazu Kohle sowie Schwarzpulver und somit auch sehr viel Schwefel. "Dass dann die Autofahrer das Schlamassel nach der massiven Silvesterknallerei ausbaden dürfen, ist nicht einzusehen", entrüstet sich Hoffer gegen das Liebäugeln so mancher Politiker temporäre Fahrverbote für Diesel-Pkw zu verhängen.

Grazer Becken besonders betroffen

"Vor allem im Großraum Graz wird sich dieser Umstand heuer besonders dramatisch auswirken", erklärt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Dort liegen die Feinstaub Tagesmittelwerte schon jetzt über dem Toleranz-Maß. Von der Entwicklung der kommenden beiden Tage hängt es ab, ob das Land Vorbereitungen für ein Fahrverbot von Dieselfahrzeugen treffen wird. An drei Messstellen in Graz und Umgebung ist bereits am Freitag der zulässige Tagesmittelwert von 75 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten worden. Nachlesbar sind diese Daten auf der Internet-Seite der Umweltinformation Steiermark, abgekürzt "LUIS". "Interessant ist, dass auf der LUIS-Homepage die Messwerte für Silvester 2005 und den Neujahrstag 2006 derzeit nicht angezeigt werden", meint der Clubjurist. Er hatte die Daten bereits zu Jahresbeginn von dieser Seite heruntergeladen. Demnach lagen vergangenen Silvester die Spitzenbelastungen für einige Stunden bei 230 Mikrogramm, dem Dreifachen des erlaubten Tagesmittelwertes. Auch der Luftgütebericht für Wien spricht eine eindeutige Sprache. Am 1. Jänner 2005 lagen die Werte von Schwefeldioxid bei bis zu 350 Mikrogramm.

"Wer selbst Raketen abschließen will, sollte sich einerseits der Umweltbelastungen bewusst sein, andererseits aber auch der Tatsache, dass dadurch Nachteile für die persönliche oder die allgemeine Mobilität entstehen können", sagt der ÖAMTC-Experte.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Informationszentrale
Tel.: +43 (0) 1 71199-1795
iz-presse@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAC0008