An der Tagesordnung in der AK-Beratung: Kein Weihnachtsgeld für Teilzeitkräfte

Linz (OTS) - Teilzeitbeschäftigte dürfen gegenüber Vollzeitbeschäftigten nicht benachteiligt werden. Die AK-Beratungspraxis zeigt leider oft das Gegenteil. Kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, keine klaren Arbeitszeitvereinbarungen, unbezahlter Krankenstand - bei Teilzeitbeschäftigten wird das Arbeitsrecht oft nicht sehr genau genommen.

Das zeigt auch folgender Fall: Eine Arbeitnehmerin war drei Jahre lang als geringfügig Beschäftigte tätig. Während dieser Zeit hat ihr der Dienstgeber weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld ausbezahlt. Selbst im Krankenstand hat die Betroffene kein Geld bekommen. Auf Anraten einer Bekannten wandte sie sich schließlich an die Arbeiterkammer. Nach Intervention durch die AK kam die Frau doch noch zu ihren Ansprüchen.

Beispiele wie diese sind bei den Beraterinnen und Beratern der Arbeiterkammer Oberösterreich an der Tagesordnung. Die besondere Brisanz dabei: Zur arbeitsrechtlichen Benachteiligung der Teilzeitbeschäftigten kommt oftmals dazu, dass viele Arbeitnehmer/-innen nicht freiwillig teilzeitbeschäftigt sind, sondern aus Mangel an Vollzeitarbeitsplätzen. "Wenn dann auch noch hart um die zustehenden Ansprüche gekämpft werden muss, ist das doppelt ungerecht", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Fest steht: Das Gesetz gibt Teilzeitbeschäftigten dieselben Rechte wie Vollzeitbeschäftigten. Und rein arbeitsrechtlich gesehen ist auch eine geringfügige Beschäftigung Teilzeitarbeit. Das bedeutet, die Betroffenen haben Anspruch auf Urlaub, auf bezahlten Krankenstand, auf anteilige Sozialleistungen und - falls es der Kollektivvertrag vorsieht - auch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Besonders häufig fehlt die Vereinbarung der Arbeitszeit. Das Ausmaß, die Lage und eine Änderung der Teilzeitarbeit sind jedenfalls schriftlich zu vereinbaren.

Streitpunkt ist oft auch, wann es sich um Überstunden und wann um Mehrarbeit handelt. Überstunden liegen erst dann vor, wenn die Grenze der gesetzlich zulässigen wöchentlichen oder der täglichen Normalarbeitszeit überschritten wird. Alles darunter ist bei Teilzeitbeschäftigten Mehrarbeit, die ohne Zuschläge mit dem normalen Stundenlohn abgegolten wird.

Teilzeitbeschäftigte haben außerdem den vollen Urlaubsanspruch. Wie auch für Vollzeitbeschäftigte gilt der Mindestanspruch von fünf Wochen, nach 25 Dienstjahren sechs Wochen. Und gleiches Recht für alle gilt auch im Krankheitsfall. Kein Arbeitnehmer/Keine Arbeitnehmerin darf während des Krankenstands finanziell schlechter gestellt sein. Egal ob Voll- oder Teilzeit: Es gebührt in jedem Fall das Krankenentgelt!

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