Neue "Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR von M. Geistler-Quendler: Netz, geküpft aus Solidarität

Klagenfurt (OTS) - Weihnachten ist die Zeit des Innehaltens, des Schenkens und Beschenktwerdens, des Denkens an andere. Diese Gedanken dürfen nicht stehen bleiben bei dem Versuch, das Gewissen mit Spenden zu beruhigen. Erst der Schritt darüber hinaus - zur Solidarität -bedeutet, soziale Verantwortung zu übernehmen. Im sozialen Ausgleich, in einer Verteilung des Wohlstands liegt der Sinn der jetzt angedachten Mindestsicherung.

Es handelt sich nicht um einen Gnadenakt, ein "Prämieren" der Guten für gesellschaftliche Leistungen wie Kindererziehung und ein Bestrafen der "keinen Nutzen bringenden" in Armut geratenen Menschen. Der Versuch, die Tausenden Gründe für einen sozialen Abstieg auf Schuld und Unschuld herunterzubrechen, ist einer Polit-Debatte nicht würdig. Die Vielschichtigkeit von Lebenswegen lässt eine Stigmatisierung mit dem Unwort "Sozialschmarotzer" gar nicht zu. Zwischen sozialer Akzeptanz und freiem Fall in die Ausgrenzung kann ein sehr schmaler Grat sein.

An der nächsten Regierung wird es liegen, eine Grundsicherung zu schaffen, die diesen Namen verdient - eine, die auffängt, nicht auseinanderdividiert, die ein tragfähiges soziales Netz entfaltet. So sieht der Mindestanspruch an eine mitmenschliche Gesellschaft aus -egal ob vor oder nach Weihnachten. Die Herbergssuche ist immer aktuell.

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