GPA-DJP: Ausweitung der Öffnungszeiten darf nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen

Genugtuung, dass Sonntagsruhe unangetastet bleibt - Erfolg der Gewerkschaften

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - "Die Einigung von SPÖ und ÖVP auf eine bundesweite einheitliche Regelung der Ladenöffnungszeiten auf 72 Stunden pro Woche darf nicht zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Handelsangestellten führen. Deshalb fordern wir, sollte es zu einer entsprechenden Gesetzesinitiative kommen, von einer künftigen Regierung eine klare Absichtserklärung in Richtung Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Handelsangestellten ein", erklärt der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-DJP, Karl Proyer.++++

"Bisherige Ausweitungen der Öffnungszeiten haben den Trend zu Teilzeit und geringfügiger Beschäftigung im Handel verstärkt. Wenn nun die möglichen künftigen Regierungsparteien die Absicht haben, die Öffnungszeiten weiter auszudehnen, so verlangen wir, dass es insbesondere für die Teilzeitbeschäftigten zu einer besseren Absicherung kommt und erwarten dazu einen Auftrag an die Sozialpartner, entsprechende Schritte im Kollektivvertrag zu setzen. Die GPA-DJP hat schon bei den vergangenen Kollektivvertragsverhandlungen eingefordert, dass etwa die Durchlässigkeit von Teilzeit- zu Vollzeitarbeitsplätzen verbessert wird. Nicht zuletzt aufgrund des jüngst veröffentlichten Einkommensberichts des Rechnungshofes ist hier dringender Handlungsbedarf gegeben", so Proyer.

Im Handel und insbesondere in den Teilzeitarbeitsverhältnissen sind mehrheitlich Frauen beschäftigt. "Wenn einer künftigen Regierung die Verringerung der Einkommensschere zwischen Männern und Frauen wirklich ein Anliegen ist, so sind gerade die Entwicklungen der Arbeitsverhältnisse im Handel ein entscheidender Angelpunkt. Man kann bei den Öffnungszeiten nicht nur die Interessen der Unternehmen und der KonsumentInnen in den Vordergrund stellen. Es muss dabei ganz zentral auch um die Rechte der Handelsangestellten gehen", betont Proyer.

Genugtuung äußerte Proyer über die Einigung der KoalitionsverhandlerInnen, den Sonntag unangetastet zu lassen. "Das ist ein Erfolg der Gewerkschaften. Wir werden auch in Zukunft in dieser Frage unsere klare Position nicht aufgeben. Eine zusammenhängende Freizeit und die Möglichkeit zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gehören zu den zentralen Rechten de Handelsangestellten", so Proyer abschließend.

ÖGB, 22. Dezember
2006 Nr. 832

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