Wiener Grüne kritisieren Ausschreibungspraxis des AMS

Vana: Qualität und Erfahrung bei sozialen- und arbeitsmarktpolitische Dienstleistungen vorrangig

Wien (OTS) - Anlässlich der Schließung von zwei Jugendausbildungsprojekten des WUK kritisiert die Stadträtin der Grünen Wien, Monika Vana, die Ausschreibungspraxis des AMS: "Die durch öffentliche Ausschreibungen statt wie früher direkte Vergaben entstehende Konkurrenzsituation zwischen Anbietern sozialer Dienstleistungen führt zu Preisdumping, Qualitätsverlust und Verschlechterungen für MitarbeiterInnen. Kostenminimierung scheint wichtiger zu sein als die Qualität der Dienstleistung und der Arbeitsplätze". TrainerInnen in Schulungsmaßnahmen des AMS gibt es zum Beispiel fast nur noch auf freiberuflicher Basis. Die Entwicklung ist alarmierend und steht im krassen Gegensatz zu notwendigen Verbesserung von Bildung und Ausbildung", so Monika Vana, Stadträtin der Grünen.

Hintergrund: Mit Beginn kommenden Jahres werden in Wien zwei erfolgreiche und zum Teil seit 20 Jahren bestehende Ausbildungsprojekte für Jugendliche eingestellt. 70 qualitativ hochstehende Ausbildungsplätze für Lehrlinge im WUK wurden vom AMS gestrichen, zahlreiche MitarbeiterInnen gekündigt und die betroffenen Lehrlinge auf private Unternehmen aufgeteilt. Die Lehrlinge müssen zum Teil mit Lohnkürzungen rechnen, auf einzelne Lehrlinge und deren sozialen Hintergrund - ein besonderes Qualitätsmerkmal des WUK-Projektes - kann in Hinkunft aufgrund des Discount-Preises des nunmehrigen Anbieters keine Rücksicht mehr genommen werden.

Die Wiener Grünen fordern eine Ausschreibungspraxis, die der Qualität der erbrachten sozialen Dienstleistung oberste Priorität einräumt und es Anbietern ermöglicht, qualitätsvolle gut bezahlte Arbeitsplätze anzubieten. "Der Abwärtsspirale bei Personalkosten und Qualität im sozialen und arbeitsmarktpolitischen Dienstleistungsbereich muss ein Ende gesetzt werden. Auch die mit 1.1. in Kraft tretende Pönale-Zahlungsregelung ist kein sinnvoller Beitrag zur Qualitätssicherung. Strafen sind für finanzkräftige Trägereinrichtungen meist nicht abschreckend. Non Profit-Unternehmen und sozialökonomische Projekte müssen eine faire Chancen bei öffentlichen Ausschreibungen haben", so Vana.

Rückfragen & Kontakt:

Pressereferat
Mag. Katja Svejkovsky
Tel.: (++43-1) 4000 - 81814
Mobil: 0664 22 17 262
katja.svejkovsky@gruene.at
http://wien.gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR0001