Noch lange kein Friede auf Erden für die Menschen in Grosny

Diakonie-Reise: Die alltägliche Not der Zivilbevölkerung in Tschetschenien schreit zum Himmel

Wien (OTS) - "In der Stadt gibt es kein fließendes Wasser, die Menschen versorgen sich mit Wasser aus Kübeln auch in den Spitälern. In den Häusern gibt es nur Plumpsklos. Eine Kanalisation gibt es nur in den Hochhäusern, da es aber kein fließendes Wasser gibt, bringt sie nicht viel. Und die Stromversorgung funktioniert in der ganzen Republik nur zeitweise. So mussten zum Beispiel in einem Kinderspital in Grosny die Ärzte beim Licht vieler Handydisplays operieren, da während der Operation das Licht ausgefallen war", schildert Lidia Emaschova ihre Eindrücke von der Projektreise nach Tschetschenien im Dezember.

"Es fällt schwer den Weihnachtsfrieden auszurufen, wenn wir uns die Not der Bevölkerung in Tschetschenien vor Augen führen!", fasst Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, die Ergebnisse der Projektreise nach Tschetschenien zusammen.

Die Diakonie Auslandshilfe versucht gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation das Leid der Zivilbevölkerung, im Besonderen das der Frauen und Kinder, zu lindern. So wurden zum Beispiel Schneidereikurse für Frauen ins Leben gerufen. Mit Ende des Jahres haben bereits 40 Frauen den Kurs mit Erfolg abgeschlossen. "Einige von den Kursteilnehmerinnen haben eine Anstellung als Schneiderin gefunden, andere sind selbstständig und nähen für die Nachbarschaft. Unsere Partnerorganisation hat darauf geachtet nur solche Frauen auszuwählen, die von Armut am stärksten betroffen waren. Eine Auswahl die unseren Mitarbeiterinnen in Anbetracht der hohen Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit so vieler bedürftiger Frauen, besonders schwer gefallen ist," so Emaschova.

Weitere große Problemfelder für die Menschen in der Hauptstadt in Grosny ortet die Diakonie Auslandshilfe im sanitären und gesundheitlichen Bereich sowie im Zivilschutz. Emaschova: "Viele der Menschen, mit denen ich gesprochen habe, vermissen Freunde oder Bekannte. Eine Kursteilnehmerin erzählte mir vom plötzlichen Verschwinden einer jungen Studentin auf dem Weg zur Uni. Hausdurchsuchungen finden meistens nächtens und willkürlich statt. Diese Situation gehört leider zum traurigen und tristen Alltag der Menschen in Tschetschenien."

"An eine Rückkehr der vielen Frauen und Männer aus Tschetschenien, die in Österreich Asyl gefunden haben, ist derzeit nicht zu denken", so das Resümee des Diakonie Direktors. "Deshalb möchte ich allen danken, die uns im Advent durch Spenden geholfen haben, vor Ort in Grosny, und auch allen, die sich bei den Flüchtlingen mit kleinen Weihnachtsgeschenken eingefunden haben. Sie alle zeigen, dass das Leid in Tschetschenien nicht ganz vergessen ist", so Chalupka abschließend.

Spendenkonto Diakonie Auslandshilfe
PSK: 23.13.300. BLZ 60.000
Kennwort: Tschetschenien

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