TSUNAMI- zwei Jahre danach: SOS-Kinderdorf zieht Bilanz

2.200 neue Familienhäuser, 17 Gemeindezentren, 7 Sozialzentren, 8 SOS-Kinderdörfer

Innsbruck (OTS) - Am 26.Dezember 2004, als der Meeresboden vor Sumatra bebte und sich gigantische Flutwellen über tausende Kilometer ausbreiteten, starben mit einem Schlag geschätzte 300.000 Menschen in elf Ländern. Ein Drittel der Toten, so UNICEF, sind Kinder, 1,5 Millionen Kinder leiden an den Folgen der Tsunami-Katastrophe. Von zehntausenden Menschen fehlt noch jede Spur. Ungezählte Tragödien und unerträgliche Schicksale ...

Rasche Soforthilfemaßnahmen ...

Einen Tag, nachdem die Wassermassen ganze Landstriche leer gefegt hatten, waren MitarbeiterInnen von SOS-Kinderdorf in Sri Lanka und Indien vor Ort, um trotz zerstörter Infrastruktur und chaotischer Bedingungen erste Hilfsmaßnahmen einzuleiten. In den ersten Tagen/Wochen nach der Katastrophe galt es, akute Soforthilfe zu leisten. Insgesamt wurden 23.000 Menschen (4.500 Familien) direkt unterstützt, in elf Kindertagesstätten 1.800 Kinder auch psychologisch betreut und 343 neue Fischerboote für 1.120 Familien übergeben.

... und nachhaltige Hilfe durch Wiederaufbau

Nach wie vor bereiten bürokratische Hürden, wechselnde Gesetzeslagen und politische Spannungen v.a. im Osten Sri Lankas große Probleme. Dennoch wird mit Hochdruck an mehreren Orten "wiederaufgebaut", was durch die Tsunami-Katastrophe zerstört wurde:
Insgesamt errichtet SOS-Kinderdorf an 15 Standorten mit den Menschen vor Ort 2.200 neue Familienhäuser und 17 Mehrzweckgemeindezentren, sieben SOS-Sozialzentren und acht neue SOS-Kinderdörfer (drei in Indien, drei in Indonesien, eines in Sri Lanka und eines in Thailand). Über 1.700 Häuser sind bereits fertig gestellt, im Frühjahr soll der gesamte Wiederaufbau baulich abgeschlossen sein. Die Fertigstellung der acht SOS-Kinderdörfer ist für Mitte 2008 vorgesehen. Rund 1.000 verwaiste Kinder werden dann dort für viele Jahre ein neues bleibendes Zuhause, Schutz und familiäre Geborgenheit finden.

Schwerpunktregion: Ostküste von Sri Lanka und Indonesien

Kayankerni ist ein tamilisches Fischerdorf an der Ostküste Sri Lankas. Das direkt am Meer liegende Dorf wurde durch den Tsunami völlig zerstört. Der Wiederaufbau in dem Gebiet ist eine besondere Herausforderung, da es immer wieder zu Unruhen und Ausschreitungen aufgrund des Bürgerkrieges zwischen den "Tamil Tigers" (LTTE) und Regierungstruppen kommt. Verhandlungen für den Wiederaufbau müssen stets mit beiden Konfliktparteien geführt werden.

In Kayankerni werden 264 Fischerhäuser neu aufgebaut, alle sollen bis Frühjahr 2007 fertig und bezogen sein. Ein Gemeindezentrum mit Zusatzfunktion als Tsunami-Shelter ist bereits fertig, zwei weitere sind in Planung. Sie beinhalten eine Kindertagesstätte, ein Kindergarten und ein kleines medizinisches Zentrum sowie Gemeinderäume für Familienförderprogramme. Die Zentren werden später nicht von SOS-Kinderdorf, sondern von den Gemeinden selbst geführt. Ein weiteres Zentrum entstand auch etwas weiter südlich in Ulle. Schließlich wird auch der Kindergarten des SOS-Sozialzentrums in Batticaloa saniert, der zu trauriger Berühmtheit gelangte, weil SOS-Kinderdorf von dort aus alle Aktivitäten der Erstversorgung koordiniert hat.

Der ursprüngliche Plan, ein neues SOS-Kinderdorf bei Batticaloa zu bauen, wurde fallen gelassen. Trotz intensiver Bemühungen wurde kein geeignetes Grundstück gefunden. Außerdem hat sich die Lage durch den Bürgerkrieg zuletzt drastisch zugespitzt. Selbst SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter müssen immer wieder aus dem Gebiet abgezogen werden. Das gab schlussendlich den Anstoß, das SOS-Kinderdorf in der Nähe von Komari zu bauen. Dieses Gebiet ist leichter zugänglich und von Monaragala aus, wo bereits ein SOS-Kinderdorf exisitiert, relativ schnell zu erreichen. Leider ist auch dieses Gebiet wieder von Unruhen betroffen. SOS-Mitarbeiter werden sich daher in den nächsten Monaten auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück landeinwärts machen. Das neue SOS-Kinderdorf wird aus 12 Häusern bestehen, von denen sieben von Österreich finanziert werden.

Wiederaufbau Indonesien

In Suak Raya Village in der Nähe von Banda Aceh unterstützt SOS-Kinderdorf die Hälfte des Wiederaufbaus von 190 Fischerhäusern. Nach anfänglichen Verzögerungen konnte hier der Wiederaufbau mit Unterstützung der Bevölkerung und Regierung rasch durchgeführt werden. 150 Häuser sind bereits mit Kinderlachen erfüllt. Das SOS-Kinderdorf Banda Aceh ist in Bau, hier werden zwei Häuser mit Mitteln aus Österreich finanziert. Die Fertigstellung ist für Ende 2007 geplant.

Nachhaltige Finanzierung der SOS-Tsunami-Projekte

Private Mittel von 13.000 Tsunami-Paten und vielen Spendern/Unternehmen sowie öffentliche Beiträge (u. a. der Länder Tirol, Steiermark und der Städte Innsbruck, Graz) ergaben eine zugesagte Gesamtsumme von rund 7 Mio. Euro. 5,6 Mio. Euro sind inzwischen real eingelangt und davon zwei Millionen für bisherige Projekte verbraucht worden. Der Rest wird in die SOS-Nachhaltigkeits-Foundation (Ethik-Fonds) veranlagt, um damit die Fertigstellung, aber auch langfristige Finanzierung der SOS-Kinderdorf-Projekte für die nächsten 10 Jahre nachhaltig zu sichern.

Rückfragen & Kontakt:

Angelika Schwaiger, SOS-Kinderdorf
Auslands-/Partnerprogramme
Tel. 0664/8340823,
angelika.schwaiger@sos-kd.org
www.sos-kinderdorf.at

Viktor Trager, SOS-Kinderdorf
Kommunikation/Presse
Tel. 0664/4264634
viktor.trager@sos-kd.org
www.sos-kinderdorf.at

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