Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Das Recht übers eigene Leben... (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe 22. Dezember 2006

Klagenfurt (OTS) - Das, was mir geblieben ist, ist kein Leben
mehr, schrieb der unheilbare Patient Piergiorgio Welby voriges Jahr dem italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano. Er bat um "die Gnade der Sterbehilfe" und machte sein persönliches Drama zu einem öffentlichen, das ganz Italien in Aufregung versetzt.

Seit gestern ist Welby erlöst. Nach 40 Jahren Krankheit und fast zehn Jahren gnadenlosen Leids. Sein Drama fand ein Ende, aber das öffentliche Drama bleibt - und wird die Regierung in Rom endlich dazu zwingen, die Grauzone der Euthanasie zu erhellen. Sterbehilfe ist im katholischen Italien ein heißes Eisen, der Vatikan macht heftig mobil dagegen.
Die Grenzen zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe sind aber auch bei der Kirche ungeklärt. Und wie steht es mit dem Recht über das eigene Leben und Sterben?

Der Vatikan sprach sich im Fall Welby gegen die Abschaltung des Beatmungsgerätes aus und entsprach damit genau jenem "dickköpfigen und unsinnigen Festhalten an der Aufrechterhaltung der biologischen Funktionen", wie es Welby selbst definierte. Selbst Papst Johannes Paul II. war es erlaubt, auf lebensverlängernde Maßnahmen zu verzichten, als die Ärzte ihm mitteilten, es gebe keine Möglichkeit der Gesundung mehr ...

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