Brettenthaler sieht geplante Gesundheitspolitik differenziert

Positive Ansätze - illusionistische Einsparvorhaben - Skepsis angebracht

Wien (OTS) - Differenziert bewertet hat der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, die gestrigen Gespräche der Koalitionsverhandler zur Gesundheitspolitik. "Die Tatsache, dass man die Hausärzte künftig durch eine Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin 'Lotsen' im System einsetzen will, ist an sich sehr positiv, auch wenn konkrete Ausprägungen noch fehlen und die Strukturen dafür noch hergestellt werden müssen", erklärte Brettenthaler in einer Aussendung am Donnerstag.

Als richtigen Schritt sieht der Ärzte-Präsident das Vorhaben, Ärztegesellschaften zuzulassen, die auch andere Ärztinnen und Ärzte anstellen dürfen. Einsparungen in der Höhe von insgesamt 400 Millionen Euro im Spitalsbereich hält Brettenthaler allerdings für "illusionistisch und auch unmachbar, wenn die Versorgung darunter nicht leiden soll".

Was nun die Aufwertung der Allgemeinmedizin in Grundversorgung und Steuerung der Patienten und ihrer steigenden Bedürfnisse betreffe, dürfte, so Brettenthaler, das beharrliche Erklären der Ärztekammer doch auf fruchtbaren Boden gestoßen sein. Auch die gegenüber der Ärztekammer deklarierte Absicht, die Ärzteausbildung zu verbessern, begrüßt Brettenthaler. Etwa sei es dringend erforderlich, durch die verpflichtende Einführung eines Turnus-Tätigkeitsprofils die Arbeit der angehenden Ärztinnen und Ärzte auf ausbildungsrelevante Faktoren zu konzentrieren.

Die Absicht der Koaltionsverhandler, in den österreichischen Gaststätten ein Rauchverbot einzuführen, findet Zustimmung.

Insgesamt zeigt sich Ärztekammer-Präsident Brettenthaler jedoch vorsichtig. "Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass der Veränderungsbedarf im Gesundheitssystem zwar durchaus politisch erkannt wurde, bei der Umsetzung gab es jedoch immer große Schwierigkeiten. Wir werden sehen, inwieweit die Schwerpunkte der kommenden Gesundheitspolitik darin liegen, den Menschen unseres Landes eine flächendeckende Versorgung auf höchstmöglichem Niveau sicherzustellen oder ob es primär um Einsparungen geht."

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