Durch eTel Kauf Abschwächung des Wettbewerbs im Internet

ISPA fordert effektivere Regulierung des Internet Breitband Marktes

Wien (OTS) - "Die österreichische Breitband-Regulierungspolitik steht vor ihrem Scheitern," stellte der ISPA Vorstand und Geschäftsführer des alternativen Internet Service Providers Silver Server, Oskar Obereder enttäuscht fest. Mit der Übernahme eines der letzten mittleren Internet Providers, eTel Austria, durch den Marktbeherrscher Telekom Austria sieht es für den Wettbewerb im Breitband-Internetmarkt schlecht aus. "Ziel der Regulierung ist es fairen Wettbewerb herzustellen. Wenn das mit den bisherigen Regulierungsinstrumenten nicht möglich ist, dann müssen effizientere Werkzeuge angewendet werden," fordert der Präsident des Providerverbandes, Roland Türke.

Schon in den letzten drei Jahren konnte der ehemalige Monopolist, Telekom Austria, trotz Regulierung seine Marktbeherrschung im Breitband Internet Bereich weiter ausbauen. Mit dem nunmehrigen Kauf von eTel, einem Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 115 Mio. Euro, wird die Telekom Austria einen Endkundenanteil von über 2/3 des DSL Breitband Gesamtmarktes erreichen. Im Breitband Vorleistungsmarkt ist sie nach wie vor faktisch der einzige Anbieter.

Dass damit Eunet, der erste kommerzielle Internet Service Provider und Pionier des Internets in Österreich, letztendlich bei der Telekom Austria gelandet ist, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie.

Mit der Liberalisierung des Telekom Marktes Mitte der neunziger Jahre wollte man die Umwandlung vom staatsmonopolistischen System in ein zukunftsfähiges Wettbewerbssystem eines freien europäischen Marktes erreichen. Das ist anfänglich durchaus gelungen. Mittels Regulierung wurde der Markt geöffnet und ein Teilziel der Liberalisierung, die Erleichterung des Markteintritts für neue Unternehmen auch erreicht. Dadurch war es möglich im Breitband Internet Bereich Anfang des Jahrzehnts bei Wachstum und Penetration selbst im europäischen Vergleich gute Ergebnisse zu erzielen.

Allerdings hat der Elan der Regulierung in den letzten Jahren deutlich nachgelassen, was sich in einem Zurückfallen bei den internationalen Vergleichszahlen und einer erneuten Verstärkung der Marktbeherrschung des ehemaligen Monopolisten ausdrückt. Fast alle Internet Service Provider sind von den Angeboten der Telekom Austria und deren Regulierung mehrfach abhängig.

Einerseits müssen sie die Vorleistungen wie die Leitung zum Kunden (entbündelt oder im Wholesale) bei der Telekom Austria einkaufen und andererseits sind sie ihr Konkurrent bei den Endkundenprodukten. Die Vorleistungspreisgestaltung in Zusammenhang mit den von Telekom Austria als weitaus größtem Endkundenanbieter festgesetzten Endkundenpreisen lässt den alternativen ISPs kaum Überlebenschancen. Dass sie diese schlußendlich kauft, ist fast eine logische Folge.

Wenn dieser Trend nicht umgekehrt werden kann, wird die Internet Breitband Entwicklung Österreichs im Vergleich zu den führenden Ländern Europas weiter zurückfallen. Damit sind negative Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft und Beschäftigung vorprogrammiert und wir alle werden die Folgen einer unwirksamen Regulierung zu tragen haben.

Über ISPA:

Die ISPA - Internet Service Providers Austria - ist der Dachverband der österreichischen Internet Service-Anbieter und wurde im Jahr 1997 als eingetragener Verein gegründet. Ziel des Verbandes ist die Förderung des Internet in Österreich und die Unterstützung der Anliegen und Interessen von derzeit mehr als 200 Mitglieder aus Bereichen wie etwa Access, Services, Hosting und Content. Die ISPA versteht sich als Interessensvertretung und Sprachrohr der österreichischen Internet-Wirtschaft gegenüber Regierung, Behörden und anderen Institutionen, Verbänden und Gremien und fördert die Kommunikation der Markt-Teilnehmer untereinander.

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