Spindelegger: Sonntagsrebellen sollten in sich gehen!

Zweiter Nationalratspräsident hebt Bedeutung des freien Tages für Familien hervor

Wien, 21. Dezember 2006 (ÖVP-PK) "Liberalen-Obmann Alexander Zach und die selbst ernannten Sonntags-Rebellen sollten in sich gehen und nachdenken, ob eine schrankenlose Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten gesellschaftlich wirklich erstrebenswert ist", sagte der zweite Nationalratspräsident Dr. Michael Spindelegger heute anlässlich der Übergabe der Unterschriften der Parlamentarischen Bürgerinitiative zur Sonntagsöffnung an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. ****

Es sei kein Zufall, dass die Sonntagsruhe in den derzeit laufenden Koalitionsverhandlungen außer Streit gestellt wurde. "Vielleicht sollte der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap einmal mit Zach, der ja immerhin auf einem SPÖ-Ticket im Nationalrat sitzt, über dieses Thema reden", sagte Spindelegger. "Man muss gar nicht die religiöse Bedeutung bemühen, obwohl auch diese für viele besteht", so Spindelegger weiter: "Es reicht schon, wenn man bedenkt, was die Umsetzung dieser Forderung für das Familienleben bedeutet."

Die Öffnung der Geschäfte sei nämlich, so Spindelegger, wohl nur der Anfang, an dessen Ende die vollständige Demontage des einzigen in der Regel arbeitsfreien Tages in der Woche stehe. "Es gibt viele Berufsgruppen, die den Sonntag schon jetzt nicht oder nicht immer als freien Tag genießen können, aber dies erfolgt aufgrund wirklicher Notwendigkeiten." So sei es zwar selbstverständlich, dass etwa die medizinische Versorgung oder die Infrastruktur an diesem Tag sicher gestellt sein müssen. "Aber warum man am Sonntag etwa eine Lederjacke einkaufen muss oder den Wocheneinkauf an Lebensmitteln bewerkstelligen soll, ist nicht schlüssig."

Spindelegger verwies in diesem Zusammenhang auf die möglichen Folgewirkungen. "Was macht denn eine allein erziehende Supermarkt-Kassiererin, wenn sie am Sonntag arbeiten muss und keine Großeltern da sind, um die Kinderbetreuung zu übernehmen?" Die Notwendigkeit einer Kinderbetreuung am Sonntag sei dann wohl der nächste Schritt.

Menschlich-familiäre Bindungen, die gerade durch den arbeitsfreien Sonntag ermöglicht würden, würden durch den flächendeckenden Bruch der Sonntagsruhe gestört. "Dann gibt es gar keinen Tag des Loslassens und Innehaltens mehr, sondern sieben Tage hektisches Treiben - und den Preis für die soziale Entwurzelung der Kinder zahlen letztlich wir alle", so der zweite Nationalratspräsident, der die Bedeutung des freien Sonntags für viele Vereine hervorhob: Derzeit könne man noch davon ausgehen, dass zumindest der Großteil der arbeitenden Menschen am Sonntag seinen Interessen in den vielen Vereinen, die in Österreich existieren, nachkommen könne.

"Der Sonntag als normaler Arbeitstag würde vielen Menschen auch diese sozialen Kontakte unmöglich machen. Darüber sollte der Obmann der Liberalen einmal nachdenken. Denn Profit ist nicht alles", so Spindelegger abschließend.

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