vida-Vorsitzender Kaske: "Eindruck trügt nicht, weniger im Börsel"

Lebensgewerkschaft vida zum Rechnungshofbericht über sinkende Reallöhne

Wien (vida/ÖGB) - "Während die Managergehälter in den letzten Jahren rasant gestiegen sind, spüren viele Beschäftigte schmerzhaft, dass ihnen Jahr für Jahr weniger im Börsel bleibt", erklärt Rudolf Kaske, Vorsitzender der neuen Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida anlässlich der Veröffentlichung des Rechnungshof-Einkommensberichts dieser Tage. Kaske weiter: "Die Ergebnisse sind traurig für ein reiches Land wie Österreich: Die Löhne steigen - aber nur scheinbar - die Kaufkraft sinkt und die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen klafft immer weiter auseinander."++++

Das Besondere an diesem Bericht: Der Rechnungshof (RH) hat in seinem aktuellen Einkommensbericht erstmals die Entwicklung der Einkommen über mehrere Jahre hinweg im Detail beschrieben. "Und da wird es plötzlich offensichtlich: Das mittlere Einkommen der österreichischen ArbeitnehmerInnen ist seit 1998 zwar nominal von 19.430 auf 21.604 Euro brutto jährlich gestiegen. Die Inflation hat aber die Lohnsteigerungen weg gefressen. Und so ist die reale Kaufkraft um zwei Prozent gesunken," ergänzt der vida Vorsitzende:
"Von 2000 bis 2005 hatte jeder dritte Arbeiter Einkommenszuwächse unter der Inflationsrate."

Rudolf Kaske empört sich, dass auch in diesem Fall jene besonders betroffen sind, deren Einkommen an und für sich schon sehr nieder sind: "Ich denke an unsere Mitglieder, an ArbeiterInnen und an Frauen. Deren Einkommen liegt noch häufiger unter der Inflationsrate als das ihrer männlichen Kollegen." Frauen verdienen in allen Beschäftigungsgruppen weniger als Männer und erreichen im Durchschnitt nur 60 Prozent des mittleren Männereinkommens - das ist eine mittlerweile alt bekannte Tatsache. Der RH hat nun herausgefunden, dass sich diese Quote seit 1998 sogar leicht verschlechtert hat. Während Männer im Mittel 26.630 Euro Jahresbrutto verdienen, sind es bei Frauen nur 15.877. Der vida-Vorsitzende. "Und das ist nicht ausschließlich auf die reine Teilzeitarbeit von Frauen zurückzuführen. Auch wenn nur Vollzeitbeschäftigte verglichen werden, beträgt das Medianeinkommen der Frauen nur 78 Prozent des mittleren Männereinkommens."

Kaske abschließend: "Für uns in der Lebensgewerkschaft vida ist das ein deutliches Signal, dass wir in Zukunft auch in Niedriglohnbereichen wie z. B. Tourismus oder FriseurInnen Kollektivverträge noch energischer verhandeln müssen. Um allerdings auch etwas bewirken zu können, brauchen wir in diesen oft durch kleine und mittelständige Unternehmen gekennzeichneten Branchen möglichst viele Mitglieder. Wir laden daher alle ArbeitnehmerInnen ein, nicht zu jammern, sondern etwas zu tun, damit sie mit dem Einkommen wieder auskommen - werden Sie Mitglied! Gemeinsam können wir viel bewegen!"(kk)

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ÖGB, 21. Dezember
2006 Nr. 827

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