Helmenstein: Bei Angestellten 2000-2005 jährlicher individueller Bruttoreallohnzuwachs von mehr als 2 Prozent

IV-Chefökonom Helmenstein: Kein Realeinkommensverlust in den vergangenen Jahren - Zunahme von Teilzeitarbeit drückt Median-Einkommensentwicklung

Wien (OTS) - (PdI) In Reaktion auf den gestern veröffentlichten Einkommensbericht des Rechnungshofes betont der Chefökonom der Industriellenvereinigung (IV), Dr. Christian Helmenstein: "Eine Interpretation des Rechnungshofberichts, dass es einen "Rückgang der inflationsbereinigten Einkommen" im Zeitraum von 1998 bis 2005 gegeben habe, ist sachlich nicht haltbar." Dies vor allem deshalb, weil der Rechnungshof in seiner Analyse selbst fest stellt, dass Strukturänderungen am Arbeitsmarkt (z.B. die Zunahme von Teilzeitarbeit) bei einem einfachen Vergleich der Medianeinkommen des Jahres 2005 mit jenen des Jahres 1998 keine Berücksichtigung finden. "Eine tragfähige Analyse setzt aber eine ebensolche Einbeziehung der Strukturänderungen im Sinne einer Ceteris-Paribus-Analyse voraus", konstatiert Helmenstein.

Eine solche Analyse hat der Rechnungshof auch selbst vorgenommen, deren Ergebnis ist im Zuge der medialen Rezeption allerdings verloren gegangen. Der Rechnungshof leitet unzweideutig ab, dass die individuellen Einkommenszuwächse im Zeitraum zwischen 2000 und 2005 -für die Jahre zuvor war eine entsprechende Analyse nicht möglich -bei den Angestellten jährlich nominell 4% beim Brutto- und 3,5% beim Nettoeinkommen erreicht haben. Bei einem jahresdurchschnittlichen Anstieg des Verbraucherpreisindex’ um 2,04% im selben Zeitraum ergibt sich somit für Angestellte ein Bruttoreallohnzuwachs von insgesamt 11,1% oder entsprechend ein jährlicher Zuwachs in Höhe von 2,13%! Der Nettoreallohnzuwachs in derselben Periode erreichte real insgesamt 8,2% oder 1,59% p.a.

Tatsächlich unterschätzen die vom Rechnungshof ausgewiesenen Werte sogar noch die erzielten Realeinkommenszuwächse seit dem Jahr 1998. "Infolge der überdurchschnittlich starken Konjunktur um die Jahrtausendwende herum kam es auch zu entsprechend höheren Lohnzuwächsen in den betreffenden Jahren, sodass die individuellen Reallohnzuwächse insgesamt noch stärker ausgefallen sind", erklärt Helmenstein.

Rückfragen & Kontakt:

IV-Newsroom
Tel.: (++43-1) 711 35-2306
Fax: (++43-1) 711 35-2313
info@iv-newsroom.at
http://www.iv-net.at/medien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0002