Pensionsreform: Kritik der Spitalsärzte

Spitalsärztinnen und -ärzte diskriminiert - Mayer fordert Lebensarbeitszeitmodell für Pensionsberechnung

Wien (OTS) - Im Zusammenhang mit der ministeriellen Veröffentlichung der Liste jener Berufsgruppen, denen künftig Pensionsvorteile als "Schwerarbeiter" zugute kommen, übt die Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) heftige Kritik, dass Spitalsärztinnen und Spitalsärzte nach wie vor "desavouiert" würden. Der Bundesobmann der Spitalsärzte, Harald Mayer, spricht von einem anhaltenden politischen Desinteresse an den "schwerwiegenden sozialen und arbeitsrechtlichen Problemen" der Spitalsärztinnen und Spitalsärzte. Er forderte am Mittwoch in einer Aussendung ein Lebensarbeitszeitmodell im Pensionssystem, das dem Umstand Rechnung trage, dass Ärzte in ihrem Berufsleben wegen durchgehender Dienste wesentlich mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung arbeite.

Hintergrund der Forderung sind der durch überlange universitäre Ausbildung sehr späte Berufseintritt mit durchschnittlich 29 Jahren und die nicht adäquate Berücksichtigung der überlangen Arbeitszeiten der Spitalsärztinnen und Spitalsärzte. Wie Mayer weiter ausführte, würden Spitalsärztinnen und -ärzte bis zu ihrem 65. Lebensjahr aufgrund eines eklatanten Arbeitseinsatzes, laufender Nacht-, Feiertags- und Wochenenddienste eine Lebensarbeitszeit erbringen, die um 30 Prozent höher liege als normalerweise in 45 Berufsjahren erreicht werde. Trotzdem hätte dieser Berufsstand nie die Chance, die ASVG-Höchstpension zu erhalten.

Mayer: "Es wirft ein bezeichnendes Licht auf die soziale Einstellung der Politiker, wenn sie seit Jahren ihre Gleichgültigkeit gegenüber den berechtigten Forderungen und Anliegen der zentralen Leistungsträger im österreichischen Gesundheitswesen zum Ausdruck bringen." Die Stimmung der Spitalsärztinnen und -ärzte sei im Keller, da auch die Leistungsansprüche in letzter Zeit erheblich gestiegen seien, während soziale Selbstverständlichkeiten wie geregelte Arbeitszeiten oder eine adäquate Berücksichtigung der Arbeitsintensität nicht anerkannt würden, so der Bundesobmann der Spitalsärzte abschließend.

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