Grüne Wien: SPÖ und ÖVP gegen Mitgestaltung der Schulpartner

Jerusalem: Rotes Wien bleibt streng konservativ

Wien (OTS) - Auf Antrag der Grünen Fraktion wurde in der gestrigen Sitzung des Kollegiums im Wiener Stadtschulrat erneut diskutiert, ob den SchulpartnerInnen mehr Mitspracherechte bei der Leiterbestellung zugestanden werden sollten. Die Diskussion endete mit einer klaren Absage von SPÖ und ÖVP in Richtung Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen, bedauert Susanne Jerusalem, Kollegiumsmitglied und Schulsprecherin der Grünen Wien. Sie stellt fest:
"Direktorenbestellungen werden auch weiterhin nach dem rot-schwarzen Proporzmuster gestrickt". Jerusalem bedauert sehr, dass der Sprung ins dritte Jahrtausend nicht und nicht gelingen wolle, von einem innovativen, offenen Schulsystem sei man in Wien weit entfernt.

Ziel des grünen Antrags sei es gewesen, den Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen ein Recht wieder zu geben, dass sie in Wien bereits einmal gehabt hätten, nämlich zwei BewerberInnen ihrer Wahl ins "objektivierte Verfahren" zu schicken, was ja keinen Dammbruch bei den Bestellungen zur Folge gehabt hätte, sondern nur eine sehr sanfte, aber brauchbare Reparaturmaßnahme gewesen wäre. Erstaunlich sei ihrer Meinung nach allerdings gewesen, dass die Absage an die Eltern durch Elternvertreter Kurt Nekula erfolgte, der in dieser Sitzung offensichtlich nur die Interessen der erzkonservativen SPÖ vertrat. Nekula habe die Ablehnung damit begründet, dass die Mitspracherechte nicht BDG- und LDG-konform seien.

"Dieses Argument ist falsch und leicht zu widerlegen", betont Jerusalem und bietet an, eine Expertise zu dieser Frage einholen zu lassen. Wenn man schon auf Ausreden zurückgreife, um die Demokratisierung zu unterbinden, solle man sich doch bitte gute Ausreden einfallen lassen, damit ein gewisses Niveau der Auseinandersetzung gewahrt bleibe.

Jerusalem wird in der nächsten Sitzung des Gesamtkollegiums im Juni 2007 einen erneuten Antrag inklusive Expertise zur Frage der Rechtskonfirmität stellen. "Ich kündige das jetzt schon an, damit SPÖ und ÖVP ab sofort intern zu diskutieren beginnen". Die Schulsprecherin habe nämlich den Eindruck, dass zumindest die Jüngeren in der SPÖ schon behaglichere Momente erlebt hätten als gestern, als sie den SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern die Mitgestaltung verweigern mussten.

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