Kinderbetreuungsgeld: GPA-Frauen fordern flexibles Bezugsmodell

Für verbesserte Einkommenssituation in der Karenz für Mütter und Väter

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - "Das bisherige starre Bezugsmodell beim Kinderbetreuungsgeld muss flexibilisiert werden", fordert GPA-Frauenvorsitzende Erika Helscher anlässlich der laufenden Debatte über Kinderbetreuungsgeld und Fraueneinkommen. Mit der Entscheidung über die Dauer der Karenz sollten die Eltern auch über die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes entscheiden können. "Die einfache Formel zur Flexibilisierung wäre: Je kürzer die Karenz, desto höher das monatliche Kinderbetreuungsgeld", so Helscher. ++++

Ein flexibles Bezugsmodell könnte ein höheres Einkommen für Frauen während der Karenz sicherstellen. Es würde vor allem die Karenz auch für Väter attraktiver machen und so eine partnerschaftliche Karenz fördern. Die Einkommensschere geht derzeit vor allem deshalb so weit auseinander, da sich Väter zu wenig an Karenz und Familienleben beteiligen. Außerdem soll das Arbeiten neben der Karenz stärker favorisiert werden. "Die Zuverdienstgrenze könnte durch eine Arbeitszeitgrenze ersetzt werden", erklärt Helscher.

Weiters muss die Finanzierung des Kinderbetreuungsgeldes gerecht verteilt werden und darf nicht wie bisher nur von den ArbeitnehmerInnen alleine getragen werden. Eine faire Finanzierung des Kinderbetreuungsgeldes würde bedeuten, dass alle Personen, die Kindergeld beziehen, auch zur Finanzierung des Familienlastenausgleichsfonds, der die Leistung ausbezahlt, beitragen. Entsprechend müssten Selbständige einen Beitrag leisten, für Personen ohne Einkommen muss der Staat mit einem entsprechenden Anteil aufkommen. "Derzeit bewirkt das Kinderbetreuungsgeld eine nicht gerechtfertigte Umverteilung zu Lasten der ArbeitnehmerInnen", kritisiert Helscher.

Auch aus arbeitsrechtlicher Sicht sind Reformen unbedingt notwendig. Während das Kinderbetreuungsgeld bis zu zweieinhalb Jahre von einem Elternteil bezogen werden kann, so gilt der Kündigungsschutz nur für 24 Monate. Dies wird Müttern, aber auch Vätern, beim Wiedereinstieg oft zum Verhängnis. Der Bezug des Kinderbetreuungsgeldes muss daher wieder an die Dauer der Karenz und damit an den Kündigungs- und Entlassungsschutz gekoppelt werden.

ÖGB, 20. Dezember
2006 Nr. 823

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