ECPAT Österreich alarmiert: Sexuelle Ausbeutung von Kindern nimmt weltweit zu - Forderungskatalog an österreichische Regierung anhand neues Monitoringberichts

Wien (OTS) - Kinder und Jugendliche sind immer stärker von sexueller Ausbeutung bedroht, warnte Alessia Altamura von ECPAT International bei der Pressekonferenz am 19.12. von ECPAT Österreich in Wien. Der aktuelle Internationale ECPAT-Monitoringbericht, der 52 Staaten analysiert, bringt neue, besorgniserregende Entwicklungen ans Licht: In einigen Ländern Asiens, wie Pakistan, Bangladesh und Indien, ist die Prostitution von Buben stark angestiegen. Europäische Kindersextouristen profitieren vom Anstieg an Billigflugangeboten, meiden aber eher die traditionellen Destinationen Thailand und Philippinen wegen der dort verschärften, strafrechtlichen Verfolgung und weichen nach Indonesien und Kambodscha aus.

Mangel an nationalen Aktionsplänen

In den westlichen Ländern wird immer öfter das Phänomen der so genannten "freiwilligen Prostitution von Jugendlichen" auf Grund von Konsum- und Kaufdruck beobachtet. Weiters zeigt sich, dass immer häufiger "Peer-to-Peer exploitation" stattfindet, d.h. dass Jugendliche Bilder von Minderjährigen mit und auch ohne deren Wissen im Web oder über SMS verbreiten. ECPAT International beklagt, dass in Europa nur 33% von 23 untersuchten Ländern spezifische, nationale Aktionspläne zur Bekämpfung von Kinderprostitution/Kindersextourismus, Kinderpornographie und Kinderhandel entwickelt haben und dass es zu wenige, spezialisierte Betreuungs- und Rehabilitationsangebote für Opfer gibt.

Forderungskatalog an Regierung

In Österreich sind die Gesetze großteils im Einklang mit den internationalen Abkommen. Anlass zur Sorge bereiten aber fehlende Grundlagendaten: Wie viele österreichische Sextouristen es gibt, ist noch nie untersucht worden. Hochrechnungen auf Basis deutscher Studien lassen aber darauf schließen, dass jährlich zwischen 2.500 und 4.000 Männer aus Österreich im Ausland Sex mit Minderjährigen unter 18 Jahren haben. Seit 2003 wurden jedoch nur 3 Fälle nachweislich polizeilich und gerichtlich verfolgt. Das Gesetz gegen Kinderpornographie, das 2004 verschärft wurde, weist Lücken beim Schutz von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren auf. Laut gerichtlicher Kriminalstatistik gab es 2005 133 Verurteilungen wegen Kinderpornographie in Österreich. Zwar ist die Einrichtung einer interministeriellen Taskforce gegen Menschenhandel insgesamt positiv zu bewerten, es fehlt aber an einem umfassenden Betreuungskonzept für Opfer von Kinderhandel unter Einbeziehung aller AkteurInnen.

ECPAT Österreich wird an die neue Bundesregierung mit einem Forderungskatalog herantreten, der Vorschläge zur Verbesserung der Problembereiche beinhalten wird, erläuterte Astrid Winkler, Koordinatorin von ECPAT Österreich.

ECPAT Österreich ist eine bundesweite Arbeitsgemeinschaft namhafter Organisationen aus den Bereichen Kinderrechte und Entwicklungszusammenarbeit gegen kommerzielle, sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Prostitution, Pornographie und Kinderhandel. Hintergrundinformationen und weitere Daten zu Österreich finden Sie unter www.ecpat.at unter dem Menüpunkt "Aktuelles".

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