Prammer verleiht Ehrenzeichen an Manfred Nehrer und Herbert Pohl Beide Architekten wesentlich am Umbau der Parlamentsrampe beteiligt

Wien (PK) - Die beiden Architekten DI Prof. Manfred Nehrer sowie DI Herbert Pohl wurden heute im Rahmen einer kleinen Feierstunde von Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer ausgezeichnet. Beide haben sich unter anderem um die Sanierung der Parlamentsrampe und die Neugestaltung des gesamten Eingangsbereichs besondere Verdienste erworben. Manfred Nehrer erhielt das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, Herbert Pohl wurde das Silberne Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich überreicht.

Präsidentin Prammer hob die konstruktive Zusammenarbeit im Zuge des Rampenumbaus hervor. Der neue Zentraleingang des Parlaments sei ein deutliches Zeichen dafür, wie man Alt und Neu auf sinnvolle Weise verbinden kann, lobte Prammer die Arbeit der Architekten.

Die Laudatio wurde von Liesbeth Waechter-Böhm gehalten, die, wie sie sagte, an beiden Architekten besonders schätze, dass sie sich dem Trend entzogen haben, die Architektur zu einem kurzlebigen Modethema verkommen zu lassen. Nehrer und Pohl seien vielmehr Vertreter einer weiter entwickelten Moderne, die Langfristigkeit, Nachhaltigkeit und die Komplexität im Auge behalten und auch der gesellschaftlichen Bedeutung von Bauwerken die nötige Ernsthaftigkeit entgegenbringen. Die Auseinandersetzung mit dem Ort und mit der bestehenden Bausubstanz sei immer eine zentrale Frage in ihrer Arbeit. In ihren Wohnungen lasse es sich daher auch bequem leben. Die Arbeit Nehrers und Pohls zeichne sich durch umfassendes Wissen und Können aus, stellte Waechter-Böhm fest, beide besäßen ein Maximum an Verantwortungsbewusstsein und seien im Gegensatz zu vielen anderen noch echte Generalisten.

Manfred Nehrer

Manfred Nehrer war in den Jahren 1982 bis 1990 Präsident der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten. Seit 1996 übt er das Amt des Präsidenten des Künstlerhauses Wien aus und ist darüber hinaus seit 2003 Mitglied des Denkmalbeirates. In der Zeit von 1998 bis 2002 war Nehrer auch als Lektor für Hochbau an der Universität für Bodenkultur in Wien tätig.

In der Begründung für die Ehrung wird insbesondere hervorgehoben, dass der Beitrag seines Büros zum zeitgenössischen Schulbau in Österreich richtungweisend war. Nehrer hatte mehrere bundesweite Wettbewerbe, wie z.B. für die BHAK Korneuburg und die BHAK Gänserndorf sowie für die HTBLA in Perg gewonnen und war mit der Realisierung beauftragt worden. Auch aus dem internationalen Wettbewerb für Universitätszahnklinik im Bereich des Alten AKH ging Nehrer als Sieger hervor. Von seinem Büro wurde auch die begleitende Kontrolle für sämtliche Bauarbeiten im österreichischen Parlament abgewickelt.

Manfred Nehrer hat sich in jüngster Zeit besonders bemüht, das Künstlerhaus in Wien als wichtige künstlerische, nicht zuletzt auch für die Belange der modernen Architektur offene kulturelle Plattform für Gegenwartskunst zu erhalten. In den letzten Jahren konnte das Künstlerhaus mit Ausstellungen zu Themen der Alltagskultur, Neue Medien, Mode, Design und Architektur in einem Bereich positioniert werden, der bisher von keiner anderen Institution in Österreich in dieser Konsequenz wahrgenommen wurde.

Herbert Pohl

Herbert Pohl arbeitete schon während seiner Studienzeit im Architekturbüro Nehrer + Medek. Als nunmehriger Geschäftsführer deckt er das gesamte Arbeitsfeld vom Vorentwurf über die Planung, die Koordinierung mit Sonderfachleuten, bis hin zur Überwachung der Ausführung ab. Er zählt somit zu den wenigen Generalisten in der Branche.

Durch seine Mitwirkung sind auch viele Bauvorhaben für die Republik Österreich zur vollen Zufriedenheit der Nutzer und mit hoher technische und baukünstlerischer Qualität realisiert worden. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang der Ausbau der Austria Tabak Fabrik in Ottakring zur Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt, der Neubau des Fernmeldebetriebsbauamts der Österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung in Linz, der Ausbau der II. Universitätsfrauenklinik im AKH zum Lernzentrum der Medizinischen Universität in Wien, der Um- und Zubau der Bundeshandelsakademien in Gänserndorf und Korneuburg und der Zubau der Wiener Staatsoper. Pohl hatte auch die Ausführungsplanung und künstlerische Oberbauleitung für den Wohnpark Neue Donau am Kaisermühlengang in Wien über.

Große Verdienste erwarb er sich darüber hinaus im Rahmen der begleitenden Kontrolle für sämtliche Bauvorhaben, die von der Parlamentsdirektion abgewickelt wurden, insbesondere bei der Sanierung der Parlamentsrampe und der Neugestaltung des gesamten Eingangsbereichs. (Schluss)

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie - etwas zeitverzögert - auf der Website des Parlaments im
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