Kärnten: Hohe Auszeichnung für Dr. Charlotte Havranek

LH Haider würdigt Leistungen und Verdienste der Leiterin der Verfassungsabteilung des Landes

Klagenfurt (LPD) - Dr. Charlotte Havranek, Leiterin der Verfassungsabteilung des Landes, erhielt heute, Montag, von Landeshauptmann Jörg Haider das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Kärnten verliehen. Seit 40 Jahren ist Havranek im legistischen Dienst des Landes Kärnten aktiv. 1984 wurde sie stellvertretende Leiterin der Abteilung 2 V (Verfassungsabteilung des Landes) und seit 1989 ist sie Chefin. Sie hat die Kärntner Landesgesetzgebung maßgeblich geprägt und gestaltet.

Im Rahmen einer kleinen Feier im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung wurde sie aus Anlass ihres Übertritts in den Ruhestand auch von Gemeindereferent Landesrat Reinhart Rohr herzlich bedankt. Weiters dankten ihr Landesamtsdirektor Reinhard Sladko, sein Stellvertreter Dieter Platzer, Gemeindeabteilungsleiter Franz Sturm, der stv. Leiter der Verfassungsabteilung, Gerold Glantschnig und ihre Mitarbeiter sowie Landesjägermeister Ferdinand Gorton. Das "Spiegelsaal"-Quartett umrahmte die Feier mit Kärntner Liedern.
Als "Gewissen im Verfassungsdienst" und als Beraterin für die Landesregierung in unzähligen Angelegenheiten, bezeichnete sie der Landeshauptmann, der ihr für "ihr beachtliches Werk, das sie in vierzig Jahren geleistet hat". Havranek gab das Lob und die Würdigung gleich an ihre Mitarbeiter weiter: "Ohne Teamarbeit wäre das alles nicht möglich gewesen." Havranek hat während ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit in der Abteilung 2V/Verfassung hervorragende Leistungen erbracht und sich damit besondere Verdienste zum Wohle des Landes Kärnten erworben, verwies der Landeshauptmann auf einige Highlights wie Landesverfassung und Jagdrecht.

Unter den gesetzgeberischen Innovationen ist vor allem ihre Mitarbeit bei der Neufassung der Landesverfassung im Jahr 1974 hervorzuheben. Mit dieser Neukodifikation wurde österreichweit erstmals versucht, den vorher den Landesverfassungen lediglich zugestandenen Charakter eines reinen Ausführungsgesetzes zur Bundesverfassung zu überwinden und eigenständige konstitutive Normen zu entwickeln. So wurden, neben dem grundsätzlichen Bekenntnis zur repräsentativen Demokratie, in der Landesverfassung Elemente direkter Demokratie, wie das Volksbegehren, die Volksabstimmung oder die Volksbefragung verankert. Gleichzeitig mit der damaligen Neufassung der Kärntner Landesverfassung hatte man sich politisch auch über die Erlassung einer Geschäftsordnung des Kärntner Landtages in Gesetzesform geeinigt. Der Entwurf dazu stammte ebenfalls aus der Feder von Frau Havranek. Weiters hatte sie auch die federführende Verantwortung bei der Vorbereitung der neuen Landesverfassung, die 1996 beschlossen wurde.

1978 erfolgte im Kärntner Landtag die Beschlussfassung über einen weiteren legistischen Meilenstein aus der Feder von Havranek: das Kärntner Jagdgesetz. Dazu hat Havranek gemeinsam mit dem damaligen Landesjägermeister und Präsidenten des Landesgerichts Gerhard Anderluh einen umfassenden Kommentar veröffentlicht, der mehrfach neu aufgelegt wurde. Unter ihrer Verantwortung wurde 2003 außerdem im Bereich des Jagdrechtes ein großer Verwaltungsreformschritt vorbereitet, der österreichweit Aufmerksamkeit erregte. Nach intensiven Vorberatungen und infolge ihrer qualifizierten juristischen Beratungstätigkeit konnten die Vollzugsagenden im Jagdbereich weitestgehend an die Kärntner Jägerschaft ausgelagert werden. Havranek hat sich durch Jahrzehnte intensiv mit dem Kärntner Gemeinderecht befasst und stand den Gemeinden immer wieder beratend zur Seite. Sie gab auch einen mehrfach aufgelegten Kommentar zur Allgemeinen Gemeindeordnung heraus.

Ein besonderes Herzensanliegen bildete für Havranek als großer Tierfreundin naturgemäß der Tierschutz, den sie auch bis zur Kompetenzverlagerung zum Bund mit 1.1.2005 legistisch auf Landesebene betreute. Durch Jahre war sie als gemeinsame Ländervertreterin in Angelegenheiten des internationalen Tierschutzes auf EU- und Europaratsebene tätig. Während ihrer Abteilungsleitung hat Havranek auch entscheidende Initiativen in Richtung Deregulierung des Landesrechts gesetzt. Dabei wurde der Landesrechtsbestand um über 50 Prozent reduziert. Einen entscheidenden Schritt, der österreichweit Aufmerksamkeit erregte, bildete dabei die Kompilation des Landesverfassungsrechtes. Gleichzeitig wurde auch eine Inkorporierungspflicht für das Landesverfassungsrecht festgeschrieben, um künftighin eine weitere Zersplitterung des Landesverfassungsrechts zu unterbinden
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