AK: Neue EU-Abgasnormen für Pkw zu spät und zu wenig streng

Für Lkw fehlen noch immer Vorschläge für künftige Grenzwerte

Wien (OTS) - Die AK kritisiert die EU-Abgasvorschriften für neue Dieselautos: Sie kommen zu spät und sind weit hinter dem Stand der Technik. Damit hinkt Europa den USA hinterher. Denn während strengere Grenzwerte in den USA jetzt schon gelten, zieht die EU in Etappen erst bis 2015 nach. Außerdem fehlen noch immer Vorschläge der Kommission für künftige Lkw-Grenzwerte. Bundesminister Pröll muss heute, Montag, beim Umweltministerrat in Brüssel die Abgasnormen unbedingt ansprechen, verlangt die AK.

Europäisches Parlament und Umweltminister haben sich am Mittwoch (13. Dezember) informell zu Luftschadstoffvorschriften für Pkw-Neuzulassungen geeinigt. Auf Grund von Grenzwertüberschreitungen bei Feinstaub und Stickoxiden werden Partikelfilter ab 2011 und Katalysatoren ab 2015 zur Standardausrüstung für neue Dieselautos gehören. Aber: Wirklich strenge Abgasnormen werden weiterhin auf die lange Bank geschoben. Derzeit gelten für Dieselauto-Neuzulassungen die Grenzwerte nach Euro 4 mit 250 Milligramm Stickoxide je gefahrenem Kilometer. Der EU-Vorschlag sieht für ab 2011 (Euro 5) neu zugelassene Dieselautos noch immer 180 Milligramm und erst ab 2015 (Euro 6) 80 Milligramm Stickoxide pro Kilometer vor.

Zum Vergleich: Europäische Automobilhersteller beliefern auch heute bereits den US-Markt, wo jetzt schon 43 Milligramm Stickoxide je Kilometer vorgeschrieben sind. Die neuen EU-Abgasvorschriften kommen also sehr spät und bleiben weit hinter dem Stand der Technik zurück. Bei Lkw allerdings ist bisher überhaupt noch kein verbindlicher Vorschlag für künftige Grenzwerte in Sicht.

Schon jetzt werden die zulässigen Grenzwerte für Stickoxide in Österreich an zahlreichen verkehrsnahen Meßstellen überschritten. Spätestens ab 2010 wird sich die Situation verschlimmern, da die Immissionswerte für Stickoxide strenger werden. Die zuständigen Landeshauptleute werden sich, ähnlich wie seit geraumer Zeit bei Feinstaub, dadurch zu Fahrverboten und Tempolimits veranlasst sehen. Die Konsumenten müssen auch bei Autos den letzten Stand der Technik bekommen und Lkw müssen mitziehen, sagt die AK.

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