Heiß umfehdet, wild umstritten: Gentechnik-Verbot in Österreich

FPÖ warnt vor Nahrungsmitteldiktatur

Wien (OTS) - Heute wird der EU-Agrarministerrat darüber abstimmen, ob Österreich den Import von genmodifiziertem Mais weiterhin verweigern darf. Wahrscheinlicher als eine Unterstützung der österreichischen Position scheint, angesichts der mutmaßlich veränderten Haltung Deutschlands, ein der Aufforderung der EU-Kommission folgender Beschluss, der das österreichische Importverbot untersagen könnte.

Die Konsequenzen wären dramatisch, da in weiterer Folge auch das Einfuhr- und Anbauverbot für andere gentechnisch veränderte Organismen kippen würde.

Hinter der neuen, über die EU-Kommission lancierten Offensive der Gen-Lobby stehen Konzerne wie Bayer (Deutschland), Monsanto (USA) und Syngenta (Schweiz). Auch das von den USA angestrengte, im Frühjahr gefällte, aber immer noch nicht publizierte Urteil der WTO gegen das EU-Gentechnikmoratorium ist ein Mitgrund für die Vehemenz, mit der Brüssel Österreich in die Knie zwingen will.

FPÖ-Umweltsprecher NAbg. Norbert Hofer: "Abgesehen von den, in mannigfachen Studien nachgewiesenen Freisetzungs- und Konsumationsrisiken gentechnisch veränderter Nahrungsmittel, öffnet sich die mit Patenten und Lizenzgebühren arbeitende Gentechnik-Industrie mit der Erstzulassung des GVO-Anbaus das Tor zu einer unabwendbaren Nahrungsmitteldiktatur."

Die bäuerliche Saatgut-Hoheit und damit die landwirtschaftliche Selbstversorgungsfähigkeit souveräner Staaten gehen verloren, die Patenthalter der sich durch Bestäubung und Windverwehung unkontrollierbar ausbreitenden Hybridpflanzen erlangen mittelfristig die Verfügungsgewalt über sämtliche Grundnahrungsmittel.

Hofer: "Wir wollen unsere Heimat unter keinen Umständen der sich in anderen Weltregionen bereits entfaltet habenden Konzernwillkür ausliefern. Sollte Deutschland sein bisheriges Abstimmungsverhalten ändern und Österreich damit die für die Aufrechterhaltung seiner Verbote notwendige Zweidrittelmehrheit im Agrarministerrat verfehlen, werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Brüsseler Zwangsbeglückung vorgehen. Hier ist äußerste Konsequenz erforderlich. Denn die von Gentechnik-Befürwortern ins Treffen geführte Koexistenz von konventionellem und Hybrid-Anbau funktioniert aufgrund der genannten unvermeidlichen Verbreitungswege nicht. Wer die patentierte Konzernsaat einmal im Land hat, wird sie nicht wieder los, verliert seinen unabhängigen Bauernstand und wird abhängig von Lieferkapazitäten und Wohlwollen profitorientierter Konzerne."

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