• 17.12.2006, 17:02:23
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Pröll im ÖSTERREICH-Interview: "Ohne Grasser akzeptieren wir Kanzler Gusenbauer nicht"

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll zu Koalitionsverhandlungen

Wien (OTS) - Der mächtige Niederösterreichische Landeshauptmann
Erwin Pröll attackiert im Interview mit ÖSTERREICH SPÖ-Chef Alfred
Gusenbauer und warnt die SPÖ davor, sich bei Personalfragen der ÖVP
einzumischen. Pröll: "Im Moment, an dem die SPÖ eine Diskussion
beginnt, dass sie beispielsweise einen Finanzminister Grasser nicht
akzeptiert, beginnt in der ÖVP die schwelende Diskussion
auszubrechen, bei der es heißt: Wir akzeptieren zwar den
Bundeskanzler auf SPÖ-Seite, aber nicht in der Person von Gusenbauer.
Ich warne also und rate eine Vorgangsweise zu wählen, die
Personalentscheidungen nicht gegenseitig beeinflußt."

Zudem meint Pröll, dass Teile der SPÖ immer noch an einer
Minderheitsregierung basteln und rüffelt Gusenbauer: "Momentan hat es
den Anschein, dass sich innerhalb der SPÖ ein Flügelkampf entwickelt
hat. Wir werden sehen, wer bei einem Parteipräsidium die Oberhand
behält. Gusenbauer muss sich überlegen, ob er mit einer gespaltenen
SPÖ tatsächlich ein guter Regierungschef sein kann. Ich beneide ihn
nicht darum."

Pröll weiter in Richtung SPÖ-Landeshauptleute, die am Wochenende
von der Angelobung einer Minderheitsregierung am 11. Jänner
gesprochen hatten: "Offensichtlich gibt es innerhalb der SPÖ nach wie
vor eine Gruppierung, die eine Große Koalition unter keinen Umständen
gewähren lassen will. Sondern nach wie vor der Minderheitsregierung
anhängt. Derartige Äußerungen weisen darauf hin, dass man nach wie
vor in der SPÖ daran arbeitet, eine Große Koalition zu verhindern.
Man scheut sich offensichtlich nur, mutig nach außen zu treten und
das auch so zu sagen. Ich glaube, jetzt ist der endgültige Zeitpunkt
gekommen, wo mit Schattenboxen Schluss ist. Jetzt heißt es: Karten
auf den Tisch und mit offenem Visier arbeiten. Was Michael Häupl und
ich in den letzten Tagen zustande gebracht haben, ist ehrliche, harte
Arbeit. Wem das ein Dorn im Auge ist, der soll offen nach außen
treten.

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