PRÖLL: Bund und Länder setzen Schritte zur Lösung des Raab-Konfliktes

Josef Pröll legt Maßnahmenplan zur Beseitigung der Schaumbildung der Raab vor

Wien (OTS) - "Das Lebensministerium ist bemüht, positive und effektive Schritte zur Beseitigung des Problems der Schaumbildung der Raab zu setzen. In einem Gespräch mit Vertretern der Länder Steiermark und Burgenland vergangenen Montag haben wir uns auf einen entsprechend wirksamen Maßnahmenkatalog geeinigt. Dieser Maßnahmenplan setzt auf eine Verminderung der Schaumbildung durch Einsatz innovativer Technologien und wurde auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse der Technischen Universität Wien erstellt", so Umweltminister Josef Pröll zu der bereits seit Monaten vorherrschenden Diskussion über die Schaumbildung der Raab.

Ein Leiterplattenhersteller, der eine Belastungsquelle darstellt, hat bereits von sich aus ein Erweiterungs- und Sanierungsprojekt vorgelegt. Dieses umfasst die Teilstromreinigung der maßgeblichen schaumbildenden Abwässer in einer kommunalen Kläranlage. Die ungarische Seite hat Anfang Dezember das Projekt als zweckdienlich anerkannt und ungarische Umweltschutzbehören werden in das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren eingebunden.

"Der Maßnahmenkatalog umfasst weiters die Aufstellung von Ozonanlagen bei einzelnen Unternehmen der Lederindustrie an der Raab. Die wissenschaftlichen Forschungsarbeiten der Technischen Universität Wien haben gezeigt, dass Ozon in der Lage ist, die Abwässer der Lederindustrie weitgehend zu reinigen. Für die großtechnische Umsetzung dieser Maßnahmen sind allerdings noch entsprechende wissenschaftliche Versuche und vor allem die Bereitschaft zur Kooperation der Unternehmen notwendig. Diese vorausgesetzt, kann ein erster derartiger Versuch mit einer mobilen Ozonanlage bereits Anfang 2007 bei einer Lederfabrik durchgeführt werden. Die dafür notwendigen Mittel werden vom Lebensministerium sowie von den Bundesländern Steiermark und Burgenland zur Verfügung gestellt. Bewährt sich die Anlage dort, sollen auch die anderen Lederfabriken um eine Ozonstufe nachgerüstet werden", führte der Minister weiter aus.

Bei der Geothermie Fürstenfeld, die als Verursacher von Belastungen des Gewässersystems vor allem mit Salz gilt, wird eine ehest mögliche Umstellung auf Biomasse als Energieträger angestrebt. Auch hier wird seitens des Lebensministeriums und der Länder eine Möglichkeit der finanziellen Förderung bestehen.

Die Schaumbildung auf der ungarischen Seite der Raab ist seit Monaten Streitpunkt zwischen Ungarn und Österreich. Das Argument, der Schaum sei nicht nur unästhetisch, sondern könne dem Fluss auch schaden, kann allerdings nicht aufrecht gehalten werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand hat der Schaum keine negativen Auswirkungen auf die Gewässerökologie.

"Ich verstehe den Ärger, den die Schaumbildung auf ungarischer Seite der Raab verursacht, da die Raab einen besonderen Stellenwert für die Wasserwirtschaft hat. Eine Umsetzung unseres Maßnahmenplans zur Verbesserung des Flusszustandes kann jedoch nur bei Mitwirken der betroffenen Betriebe erfolgen. Von österreichischer Seite wird alles getan werden, um für alle Beteiligten eine zufrieden stellende Lösung des Problems zu finden", so Pröll abschließend.

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