Kinderfreunde: Für PISA-Ergebnisse können nicht die Eltern verantwortlich gemacht werden!

Wien (SK) - Für die Österreichischen Kinderfreunde geht es bei den Ergebnissen der PISA-Studien 2000 und 2003 keineswegs darum, die Leistungen des Schulsystems oder der LehrerInnen schlecht zu reden, aber die für Österreich alarmierenden Ergebnisse können auch nicht auf die Art und Weise schöngeredet und weggewischt werden wie Schüssel und Gehrer das in der Vergangenheit immer wieder getan haben. ****

"Über 15 Prozent der SchülerInnen verlassen die Schule nach neun Jahren ohne sinnerfassend lesen zu können, diesen Teilanalphabetismus hat die Regierung Schüssel und seine Ministerin Gehrer ebenso mit zu verantworten wie die andauernde Benachteiligung der Kinder aus sozial schwächeren Familien", erklärt Landesrat Josef Ackerl, Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde.

Die für Österreich beschämenden PISA-Ergebnisse können selbstverständlich nicht auf Versäumnisse der Eltern zurückgeführt werden, wie Schüssel dies gegenüber beim GÖD-Gewerkschaftstag ausdrückte.

Im Gegenteil ist es eines der Merkwürdigkeiten des österreichischen Schulsystems, dass es ohne umfangreiche Lernhilfe und Hausaufgabenbetreuung durch die Eltern an den Nachmittagen und Wochenenden schlicht nicht funktionieren würde. Ohne diese Leistung der Eltern wären die Durchfallsquoten und auch die PISA-Ergebnisse noch erheblich schlechter. Es ist aber nicht die Aufgabe der Eltern ihren Kindern das Lesen beizubringen, sondern die der Schule. Hier besteht massiver Handlungsbedarf in Richtung ganztägiger Schulangebote mit individueller Förderung. Darüber herrscht Einigkeit in Expertenkreisen und auch in den Elternverbänden.

Die Eltern wünschen sich massive Entlastungen und Unterstützung bei Schulproblemen der Kinder, das ergibt auch eine jüngst veröffentlichte Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung zum Thema Elternbildung (siehe PA des ÖIF 23.11.07). Schulprobleme werden hier als einer der häufigsten Konfliktursachen in Kindererziehung und Familie genannt.

Es wäre an der Zeit, dass auch Schüssel hier die Zeichen der Zeit erkennt und entsprechende Maßnahmen in die Koalitionsverhandlungen einfließen lässt. (Schluss) js/mp

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