Fischler: "Große Koalition noch längst nicht gegessen"

Österreichs EU-Kommissar a.D. kritisiert "den wirklich schofeligen" Baby-Erlass und hält Minister Grasser als neuen ÖVP-Chef für ausgeschlossen

Wien (OTS) - Äußerst differenziert beurteilt Ex-EU-Kommissar Franz Fischler in der neuesten Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS die politische Szene der Republik: Dass es die Große Koalition tatsächlich geben werde, sei, obwohl sich das Gesprächsklima zwischen SPÖ und ÖVP gebessert habe, "noch längst nicht gegessen", so Fischler, der auch klare Worte zu jüngsten Hoppalas in der Regierung Schüssel findet:

Über den Baby-Erlass von Sozialministerin Ursula Haubner: "Was können denn die armen Kinder dafür, dass das wenige Geld, das sie ohnedies nur kriegen können, auch noch weggenommen wird. Eine wirklich schofelige (lt. Duden: schlecht, armselig; Anm.d.Red.) Art, das muss ich schon sagen", und ist in diesem Zusammenhang Christoph Kardinal Schönborn für dessen klare verurteilenden Worte dankbar.

Dass Minister Karl-Heinz Grasser in der Eurofighter-Causa dem eigenen Finanz-Sektionschef ein Disziplinarverfahren und eine teilweise Suspendierung verpasste, kommentiert Fischler so: "Ob man da nicht mit Kanonen auf Spatzen schießt, frage ich mich schon!"

Überhaupt nicht vorstellen kann sich Fischler, dass Grasser jemals neuer ÖVP-Chef werden könnte. Dass ÖVP trotz allem so demonstrativ am Finanzminister festhalte, sei eine Entscheidung der Parteiführungsgremien sowie des Kanzlers, "und die werden schon wissen, warum sie das machen."

Generell, so der EU-Kommissar a.D. über die Zukunft seiner ÖVP:
Wolle diese einmal wieder eine mehrheitsfähige Partei werden, bräuchte es sehr rasch "einen ziemlich neuen Input."

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