Damit beim Eislaufen alles glatt läuft

In Österreich verletzten sich 2005 rund 3.800 Menschen beim Eislaufen in der Halle oder im Freien so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten.

Wien (OTS) - Eislaufen gehört neben Ski- und Snowboard fahren zu den beliebtesten Wintersportarten in Österreich. Rund eine Million Menschen nutzen die zahlreichen Eislaufplätze und die schönen österreichischen Seen für dieses Wintersportvergnügen. "Eislaufen gehört zu den Sportarten, die vor allem das Herz-Kreislaufsystem stärken. Kinder und ältere Menschen trainieren dabei auch ihre Koordination", sagt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Doch das Dahingleiten auf zwei Kufen ist nicht ganz ungefährlich: 2005 verletzten sich etwa 3.800 Menschen beim Eislauf so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten - 1.700 von ihnen waren jünger als 15. Zu rund zwei Drittel verletzten sich Frauen, zu einem Drittel Männer.

Richtig fallen lassen

Fast 85 Prozent aller im Krankenhaus versorgten Eisläufer in Österreich verletzten sich aufgrund von Stürzen - 13 Prozent verunfallten durch Zusammenstöße. 42 Prozent aller Verletzungen sind Knochenbrüche. Zu den Klassikern gehören der Bruch des Unterarms oder des Handgelenks. "Die Kunst richtig zu fallen, ist beim Eislaufen wichtig und schützt vor Verletzungen. Deshalb sollten vor allem Anfänger einen Kurs beim Eissportverein besuchen. Hier lernt man, die Balance auf eisglattem Untergrund zu behalten und sich richtig fallen zu lassen", empfiehlt Dr. Kisser. Ebenso wie beim Inlineskaten besteht beim Eislauf die Gefahr, nach hinten zu stürzen und mit dem Hinterkopf aufzuschlagen. Betrachtet man die Zahlen der Verletzungen bei Kindern unter 15, zeigt sich, dass 21 Prozent dieser Verunfallten aufgrund von Kopfverletzungen ins Spital gebracht werden mussten. Das KfV empfiehlt deshalb, Kindern beim Eislaufen einen Skihelm (Norm EN 1077) oder einen Eishockeyhelm (EN 10256) aufzusetzen. Eine weitere Verletzungsgefahr besteht darin, dass man sich beim Fallen reflexartig mit den Händen abstützt und sich dort verletzt. Das KfV fordert daher die Sportartikelhersteller auf, ähnlich der Protektoren für Inlineskater, schützende Eislaufhandschuhe zu produzieren. Das Abknicken des Handgelenks oder schmerzhafte Schnittverletzungen durch scharfe Kufen können so vermieden werden. Grundsätzlich kommt es, wie bei anderen Sportarten auch, auf eine angemessene Ausrüstung an, um den Eislaufsport uneingeschränkt genießen zu können. Außerdem sollte man seinen Fahrstil immer dem eigenen Können anpassen. Ein Großteil der Unfälle (45%) auf dem Eis passiert aufgrund von Übermut und Lebhaftigkeit.

Vorsicht im Freien

Beim Eislaufen im Freien gibt es zwei Gefahrenmomente, die auf Eislaufplätzen nicht auftreten: Stolperfallen durch tückische Spalten oder Äste und die Gefahr einzubrechen. Eislaufen ist deshalb nicht auf jeder gefrorenen Fläche erlaubt. Ein Großteil der Seen oder Flüsse muss zunächst von den Gemeinden freigegeben werden. Auf allen Flächen gilt: Das Betreten erfolgt auf eigene Gefahr. "Eisläufer sollten sich immer über die aktuelle Außentemperatur informieren. Wenn diese über mehre Tage nur wenige Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt liegt, ist eine Eisfläche nicht mehr sicher. Viele Gemeinden geben Auskunft über die Beschaffenheit des Natureises. Am Neusiedlersee gibt sogar ein eigens eingerichtetes Eistelefon mit der Nummer 02167/8600", weiß Dr. Kisser.

Eile bei Einbruch

Sollte es im schlimmsten Fall zu einem Eiseinbruch kommen, heißt es zwar "Ruhe bewahren", aber trotzdem ist Eile geboten, da der Eingebrochene schnell unterkühlen kann. Der Verunfallte kann sich selbst durch seitlich ausgestreckte Arme Halt auf der Eisdecke verschaffen und versuchen, sich in die Richtung auf das Eis zu schieben, aus der er gekommen ist. Bei brüchigem Eis ist es besonders wichtig, das Körpergewicht auf eine besonders große Fläche zu verteilen. Das gilt übrigens für jeden Retter: Am besten in Bauchlage versuchen, zum Eingebrochenen zu gelangen. Bretter, stabile Äste und Schlitten sind in dieser Situation ebenfalls hilfreich. Nach der Bergung des Verunglückten benötigt dieser umgehend Wärmezufuhr. Eine Untersuchung beim Arzt ist ebenfalls unerlässlich.

Wiener Städtische als neuer Sponsor für Helmi-Sendung und -Website

Am 9. Dezember 2006 gibt Helmi gegen 7.45 Uhr auf ORF 1 Sicherheitstipps fürs Eislaufen, damit dem winterlichen Vergnügen nichts mehr im Wege steht. Gesponsert wird diese Folge von der Wiener Städtischen, einem neuen Freund und Förderer von Helmi. Durch die Zusammenarbeit mit der Wiener Städtischen können außerdem weitere Helmi-Folgen realisiert werden. Sie behandeln die Themen Radfahren mit Helm, Schwimmen und Baden ohne Verletzungen und brandfreie Advents- und Weihnachtszeit. Darüber hinaus steht auf der Kinder-Website www.helmi.at bald ein neues Onlinespiel zur Verfügung. "Die Förderung von Kindersicherheit in Österreich ist uns ein wichtiges Anliegen, deshalb übernehmen wir hier gerne Verantwortung. Wir unterstützen Helmi, weil er sich zielgruppengerecht und modern mit dem Thema Unfallprävention auseinandersetzt. Wir haben mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit eine ideale und fruchtbare Partnerschaft entwickelt, die wir auch 2007 weiterführen und intensivieren wollen", erläutert Wiener Städtische Generaldirektor Dr. Günter Geyer. Auch Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), freut sich über die Zusammenarbeit: "Durch die Unterstützung der Wiener Städtischen können wir in neue Helmi-Angebote und damit eine sichere Zukunft für die Kinder investieren. Nur mit vereinten Kräften kann es gelingen, Sicherheitserziehung weiter zu festigen und auszubauen". Das KfV ist verantwortlich für die Produktion der Helmi-Folgen und Betreiber der Website www.helmi.at.

Aufruf an alle Kinder: Helmi-Casting läuft noch bis 12. Dezember

Übrigens: Noch bis 12. Dezember 2006 können sich Kinder zwischen acht und elf Jahren für ein Helmi-Casting bewerben. Alle Infos sind unter www.helmi.at abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Kerstin Gardill
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: kerstin.gardill@kfv.at
www.kfv.at

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