PRÖLL: Fußball EM 2008 soll zu Green Event werden

Nachhaltigkeitskonzept bringt Sport, Umwelt, Soziales und Kultur unter einen Hut

Wien (OTS) - "Neben der sportlichen Herausforderung ist die Fußball-Europameisterschaft, die 2008 in Österreich und der Schweiz stattfindet, auch eine einmalige Gelegenheit, zu zeigen, dass Umwelt-und Klimaschutz sowie soziales und kulturelles Engagement bei Veranstaltungen dieser Dimension für den Erfolg einen fixen Platz haben müssen. Umweltkonzepte wurden bei Großveranstaltungen - wie der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland - bereits erfolgreich umgesetzt. Mit der Nachhaltigen Fußball-Europameisterschaft 2008 wollen wir erstmals einen deutlichen Schritt weiter gehen. Das Lebensministerium hat daher gemeinsam mit dem ÖFB und dem Bundeskanzleramt/Sport ein Nachhaltigkeitskonzept für diesen Mega-Event in Auftrag gegeben, um zu zeigen, dass durch die Umsetzung der Prinzipien der Nachhaltigkeit Umwelt, Wirtschaft und Bevölkerung von einem sportlichen Großereignis profitieren können." Das erklärte Umweltminister Josef Pröll heute, anlässlich der Vorstellung des Nachhaltigkeitskonzeptes für die UEFA EURO 2008TM.

Das Lebensministerium hat bereits Erfahrung bei der Planung und Durchführung nachhaltiger Veranstaltungen. So wurde zur Durchführung der informellen Ministerräte im Rahmen der Österreichischen EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 ein eigener Leitfaden für die umwelt- und klimafreundliche Abwicklung von Großveranstaltungen -"Greening Events" - entwickelt. Erste Umsetzungserfolge gab es neben den Präsidentschaftsveranstaltungen bereits bei der Mountainbike-WM in Schladming.

Nachhaltige Veranstaltungen schützen die Umwelt, indem sie bereits in der Vorbereitungsphase ein Umweltmanagement einrichten, Energiesparpotenziale ausschöpfen, auf öffentliche Verkehrsmittel und kurze Transportwege setzen, erneuerbare Energien einsetzen und Abfallvermeidungs- bzw. -verwertungssysteme integrieren. Außerdem wird auf einen sparsamen Umgang mit Wasser geachtet. Für die Verpflegung der Sportler und bei Side-Events sollen vor allem regionale und saisonale sowie fair gehandelte Produkte zum Einsatz kommen, wodurch die Wertschöpfung zu einem großen Teil in der Region bleibt. Darüber hinaus sollen sämtliche Spielstätten, Transportmittel und Kulturveranstaltungen im Rahmen der UEFA EURO 2008TM barrierefrei zugänglich sein.

Um den Umwelt-Prinzipien gerecht zu werden, soll in allen Spielstätten der Euro 2008TM ein Umweltmanagement-System etabliert werden. Dabei kommen auch Module der Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums wie der "Energie-Check" des klima:aktiv Programms eco:facility zum Einsatz. Darüber hinaus steht die Umweltförderung des Bundes den Stadienbetreibern und anderen Akteuren für die Finanzierung konkreter Maßnahmen für mehr Energieeffizienz, den Einsatz erneuerbarer Energieträger und Klimaschutzmaßnahmen offen. Als erster Austragungsort wird das Stadion Salzburg noch im Dezember mit der Entwicklung eines Umweltmanagement-Systems beginnen.

Verkehr ist Schlüsselthema beim Klimaschutz

Sport-Großveranstaltungen verursachen erhöhtes Verkehrsaufkommen. Um die An- und Abreise der Fußballfans so klimaschonend wie möglich zu organisieren, finden derzeit intensive Verhandlungen zwischen den Österreichischen Bundesbahnen, den Ländern und dem Verkehrsministerium sowie den Schweizerischen Bundesbahnen und der UEFA statt. Ziel ist es, die EM-Eintrittskarte auch zum Ticket für alle Bahnstrecken der ÖBB im Nah- und Fernverkehr sowie für die innerstädtischen öffentlichen Verkehrsmittel der Austragungs-Städte zu machen. Für den offiziellen Fuhrpark der UEFA EURO 2008TM und den Transport der Spieler von den Hotels zu den Stadien sollen Fahrzeuge mit umweltfreundlichen Antriebssystemen wie Hybridautos, Elektro-oder besonders abgasarme EURO 5-Busse sowie umweltfreundliche Treibstoffe wie Biodiesel und Bioethanol zum Einsatz kommen.

Regionale Wirtschaft stärken

Hand in Hand mit der internationalen Sport-Berichterstattung geht auch die Tourismuswerbung für die Regionen, in denen die Spiele der Euro 2008TM stattfinden. Das ist eine einmalige Chance, die Stärken Österreichs einem internationalen Publikum näher zu bringen. Österreichische Unternehmen sind Weltmarktführer bei der Nutzung von Solarenergie und Biomasse oder bei der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung und das wollen wir auch unter Beweis stellen. Bei der Versorgung mit Lebensmitteln soll ein Konzept, das seit zwei Jahren mit der Initiative des Lebensministeriums GENUSS REGION ÖSTERREICH erfolgreich kommuniziert wird, umgesetzt werden: Zum Zug kommen sollen vor allem Regionale Spezialitäten und Bio-Produkte sowie fair gehandelte Lebensmittel.
Österreich und Schweiz gemeinsam nachhaltig

Als Austragungsländer der UEFA EURO 2008TM wollen Österreich und die Schweiz eine Reihe von Projekten gemeinsam umsetzen. Neben dem Kombiticket für die umweltfreundliche Verkehrsabwicklung stehen derzeit ein gemeinsames Umwelt-Managementkonzept, der Einsatz von Ökostrom, die Umsetzung gemeinsamer Klimaschutzprojekte, die Forcierung von Mehrwegsystemen beim Getränkeverkauf sowie ein einheitliches System zur getrennten Sammlung von Abfällen in Diskussion.

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