Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Am Balkan nichts Neues? (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe 6. Dezember 2006

Klagenfurt (OTS) - Die Aussicht auf einen Beitritt zur
Europäischen Union gilt nach wie vor als stärkstes Instrument der EU, um demokratische Reformen voranzutreiben. Die Grenzen zum Osten fallen Ende nächsten Jahres. "Schengen" integriert den Osten Europas bis März 2008. Die EU trägt Verantwortung, denn der Balkan zählt zu den fragilsten Gebilden Europas.
Man muss alles tun, damit der Balkan möglichst bald ein Bestandteil der Staatengemeinschaft wird, um die Region zu beruhigen und zu festigen. Was passiert, wenn nicht, hat die jüngste Vergangenheit der Westbalkanstaaten drastisch bewiesen und mit viel Blut besiegelt. Die Balkanländer selbst sehen in der derzeitigen Erweiterungsmüdigkeit -die sich besonders im Unwillen zu Türkei-Verhandlungen zeigt - die größte Gefahr für ihre Stabilität.
Die Beitrittsperspektive ist ein gemeinsames Ziel. Ein Ziel, das bitter notwendig ist, um die ehemaligen Konfliktparteien des Balkans wieder zusammenzuschweißen. Am Balkan nichts Neues? Doch: In den Ländern, die ab 1. Jänner "mit dabei" sind, herrscht Aufbruchsstimmung. Bei jenen, die sich einen Beitritt erhoffen, wächst die Kooperation und die Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung. Am Balkan gibt es noch viel zu tun! Die EU muss nur ihre Hausaufgaben machen und bei der Stange bleiben.

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