LR Dr. Bohuslav verleiht AUVA-Pflegepreis Niederösterreich 2006 an Zamfira Ionce aus Neunkirchen

Wien (OTS) - Der AUVA-Pflegepreis geht 2006 in Niederösterreich an die 48-jährige Zamfira Ionce aus Neunkirchen. Er wird zum neunten Mal für die mehrjährige, aufopfernde Pflege eines nach einem Arbeitsunfall dauerhaft Schwerverletzten im Familienverband vergeben. Die Verleihung findet am Dienstag, dem 5. Dezember, um 15 Uhr, im Millenniums-Saal des Niederösterreichischen Landhauses (Haus 1A, 6. Stock, Landhausplatz 1) in St. Pölten statt. Der AUVA-Pflegepreis Niederösterreich 2006 wird von Landesrätin Dr. Petra Bohuslav und Direktor Ing. Johann Kaiser, AUVA-Landesstelle Wien, verliehen.

Der Pflegepreis entstand 1998 auf Initiative der Landesstelle Wien der AUVA und steht unter der Patronanz von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. Der Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich steuert einen Urlaub bei; der Gutschein dafür wird von Vizepräsident Peter Stattmann, AK NÖ, übergeben. Am Dienstag, dem 5. Dezember gratulierten kurz nach 15 Uhr im Millenniumssaal im 6. Stock des Niederösterreichischen Landhauses Familienmitglieder und Freunde, Landesrätin Dr. Petra Bohuslav, Direktor Ing. Johann Kaiser, AUVA Landesstelle Wien, Vizepräsident Peter Sattmann, Arbeiterkammer Niederösterreich, Margit Gutterding, Bürgermeisterin von Neunkirchen, Direktor Dr. Franz Wiedersich, Wirtschaftskammer NÖ, Kammerrat Rudolf Silvan, Gewerkschaft Bau-Holz und Vorsitzenderstellvertreter des Landesstellenausschusses der AUVA-Landesstelle Wien, Christine Haiderer, NÖN, Jurymitglieder, die Betreuer und Direktoren der AUVA-Landesstelle Wien.

Der AUVA-Pflegepreis besteht neben einer Urkunde aus dem Bronze-Relief "Sonnenstiege" des Künstlers Prof. Horst Aschermann. Er wird ergänzt durch einen Erholungsurlaub in einem behindertengerechten Hotel, der von Präsident Josef Staudinger, Arbeiterkammer Niederösterreich, zur Verfügung gestellt wird. Reinhilde Matous, Pflegepreisträgerin 2005, hat gemeinsam mit ihrem Sohn Michael im Februar 2006 eine Woche im Seminar-Park Hotel Hirschwang verbracht.

Nicht jeden Tag scheint die Sonne - Zamfira Ionce aus Neunkirchen

Ihr Mann Vasile steht im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit: Zamfira Ionce betreut den Querschnittsgelähmten seit seinem schweren Arbeitsunfall im September 1998 zu Hause in Neunkirchen gemeinsam mit den Söhnen. Der gelernte Maschinenbaumeister arbeitete damals als Maurer, rutschte auf einer Baustelle aus und stürzte rücklings drei Meter tief in eine gepölzte Künette. Die schwerwiegenden Folgen:
Zertrümmerung des 5. und Beschädigung des 6. Halswirbelkörpers, Querschnittslähmung. Seit acht Jahren kann der 52-jährige lediglich den Kopf und eingeschränkt die Arme bewegen - er ist ständig auf Hilfe angewiesen. Obwohl selbst nicht mehr ganz gesund, tut die 48-jährige alles, um der Familie das Leben zu erleichtern. Ihr großer Wunsch: besser Deutsch lernen zu können. Der Unfall und seine Folgen haben bisher nur Zeit für einen Grundkurs gelassen. Als Anerkennung für diese aufopfernde und fürsorgliche Pflege ihres Mannes zu Hause erhält Zamfira Ionce den AUVA-Pflegepreis 2006 für NÖ.

Vasile und Zamfira Ionce leben seit 2002 in einem behindertengerechten und mit Unterstützung der AUVA erbauten Haus mit zwei der vier Söhne und Schwiegertochter Mirabela Despina. Die anderen Söhne wohnen mit ihren Familien maximal 15 Minuten entfernt. Vasile Ionce musste 1989 aus Rumänien flüchten, 1994 holte er die Familie nach. 1996 erhielten sie die österreichische Staatsbürgerschaft. Ein Teil der großen Verwandtschaft ist ebenfalls nach Österreich übersiedelt. Nach Traian im Norden Rumäniens fährt das Ehepaar Ionce selten und nur für wenige Tage, zum Beispiel als eine der Mütter gestorben war.

"Nicht jeden Tag scheint die Sonne" ist zum Lebensmotto der Familie geworden. Der Mangel an Deutschkenntnissen, die Zuckerkrankheit und der Bluthochdruck engen die Kreise von Zamfira Ionce spürbar ein. Das Blütenmeer im Garten verrät ihre Kreativität und leitet zu einem weiteren Wunsch über: Urlaub mit der Familie am Mittelmeer. Der Garten und ein wenig Spazierengehen, wenn die Kinder auf den Vater schauen, bleiben als Ausgleich. Das Heben des Vaters übernehmen die Söhne Bogdan und Cosmin. Bogdan ist mit 19 Jahren der Jüngste. Er besucht die HTL für Innenraumgestaltung und ist noch relativ viel zu Hause.

Die Ionces pflegen den Kontakt zu ihren Nachbarn. Schicksal verbindet: im Haus daneben wohnt ein Mann, der sich nach einem Freizeitunfall ebenfalls nicht mehr bewegen kann, mit seiner Familie. Das Wissen, wie sehr er auf Hilfe angewiesen ist, belastet Vasile Ionce, der gerne für seine Frau übersetzt. Aus ihren Blicken und dem verschmitzten Lächeln lässt sich erkennen, wie stark die Bindung ist und wie gerne Zamfira Ionce für ihn da ist.

In Österreich leben rund 7.300 Schwerstversehrte nach einem Arbeitsunfall und rund 3.000 davon in Niederösterreich, Burgenland und Wien. In Niederösterreich fallen derzeit dreizehn AUVA-Versehrte in die Pflegestufe 7 (bis zu Wachkoma), sieben Versehrte in die Stufe 6 sowie 43 Versehrte in die Pflegestufe 5 (schwere Querschnittslähmungen). Erfreulicherweise werden in Niederösterreich alle Versicherten der höchsten Pflegestufe zu Hause gepflegt. Für die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) zählt die Rehabilitation neben der Prävention, der Unfallheilbehandlung und der finanziellen Entschädigung zu den vier Kernaufgaben. In den vier AUVA-Rehabilitationszentren in Österreich werden jährlich 5.000 Menschen nach Unfällen so weit wie möglich auf die Rückkehr in ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben vorbereitet.

Die AUVA-Landesstelle Wien unterstützt die Familie Ionce mit medizinischen Hilfsmitteln, Hygieneartikeln, Darlehen und Zuschüssen zu behindertengerechten Umbauten und zum Fahrzeugkauf - bisher in Höhe von rund 131.000 Euro. Vasile Ionce bekommt eine Invaliditätspension der Pensionsversicherungsanstalt, eine Versehrten- und eine Zusatzrente der AUVA sowie Pflegegeld der Stufe 7.

Die AUVA-Landesstelle Wien finden Sie im Internet unter www.auva.at/wien .

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Gabriela Würth, GWK,
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