Probleme nicht auf ArbeitnehmerInnen abwälzen

Keine Lohnerhöhung ab 1. Jänner 2007 für ArbeiterInnen in Wiener Installateurbetrieben

Wien (GMTN/ÖGB) - Am 20. November einigt sich die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) mit den ArbeitgeberInnen des Metallgewerbes auf einen neuen Kollektivvertrag für die ArbeiterInnen. Einzig die Landesinnung Wien der Sanitär-, Heizungs-und Lüftungstechniker stimmte dem Kollektivvertragsabschluss nicht zu. "Auf den Punkt gebracht, bedeutet das: Die ArbeiterInnen in den Mitgliedsbetrieben dieser Innung bekommen keine Lohnerhöhung ab Jänner 2007", so Karl Haas, Bundessekretär der GMTN. "Die Begründung der Ablehnung liest sich wie das 1 x 1 der allgemeinen wirtschaftlichen Aspekte, mit denen sich alle Betriebe in Österreich auseinandersetzen müssen."++++

Probleme dort lösen, wo sie anfallen

Die Innung der Wiener Installateurbetriebe führt u. a. Parkraumbewirtschaftung, erschwertes Materialhandling und nicht verrechenbare Zeiten durch Verkehrschaos als Begründung dafür an, dem Abschluss nicht zugestimmt zu haben. "Es muss klar sein, dass die Probleme und die Kosten dort zu lösen sind, wo sie auch anfallen", so Haas. Es kann nicht sein, dass ab 1. Jänner 2007 die Arbeiterinnen und Arbeiter für alle Schwierigkeiten der Betriebe aufkommen sollen. "Probleme mit den AuftraggeberInnen sind auch mit diesen zu klären", stellt Haas klar. "Bei Kollektivvertragsverhandlungen und den Löhnen der ArbeitnehmerInnen hat das nichts zu suchen."

Eine weitere Begründung der Innung für die Ablehnung ist die schlechte Vorbildung der Lehrlinge. "Die Betriebe sind der Meinung, dass das Ausbildungsniveau wegen der schlechten Vorbildung der Lehrlinge hinkt - Fazit: Alle Lehrlinge der Wiener Installateurbetriebe müssen ab 1. Jänner 2007 dafür Monat für Monat zahlen", so Haas. Sollte es bei der Schulbildung der Jugendlichen in Österreich laut Wirtschaft Defizite geben, betrifft das die Schulpolitik und nicht die Kollektivvertragsverhandlungen. Keine Erhöhungen der Lehrlingsentschädigungen sind nicht der Schlüssel, um dieses weit reichende Problem zu lösen. "Wir sind als Gewerkschaft gerne bereit, gerade bei den Lehrlingen und der Lehrlingsausbildung, der Wirtschaft als Partner zur Verfügung zu stehen. Das ist für uns selbstverständliche und gelebte Sozialpartnerschaft. Aber einfach in die Geldbörsen der Beschäftigten zu greifen, ist der absolut falsche Weg und unakzeptabel."

ÖGB, 5. Dezember
2006 Nr. 798

Rückfragen & Kontakt:

Claudia Felix-Marks, Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung
Tel:01- 501 46 241
Mail: claudia.felix-marks@gmtn.at
www.gmtn.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003