Neue Hoffnung für den Amazonasregenwald

WWF gibt bekannt: Größtes Waldschutzgebiet der Welt errichtet

Wien/Brasilia. (OTS) - Der WWF Brasilien gab heute die Ausweisung großflächiger neuer Naturschutzgebiete im Amazonasregenwald bekannt. Auf einer Fläche von 16,4 Millionen Hektar - beinahe doppelt so groß wie Österreich - entsteht nördlich des Bundesstaates Pará das bisher ausgedehnteste Schutzgebietnetzwerk der Erde. Ein Drittel des Areals ist als Kernzone vor jedem menschlichen Eingriff streng geschützt, der Rest darf nachhaltig genutzt werden. "Dieser Schritt ist ein Meilenstein im jahrelangen Bemühen um die Erhaltung der bedrohten Artenvielfalt der Amazonasregion und auch ein wichtiger Schritt für das Weltklima", so DI Dr. Hildegard Aichberger, Geschäftsführerin des WWF Österreich. Die Errichtung der Schutzgebiete soll gleichzeitig ein Impuls sein, die Abholzung der wertvollen Amazonaswälder zu verringern, fordert der WWF.

Illegaler Goldbergbau, Wilderei und Urwaldraubbau für die Holzgewinnung brachten in den letzten Jahrzehnten massive ökologische Eingriffe in der Region Pará im Amazonas. Heute trägt nun vor allem die illegale Landnahme - durch Rinderfarmen und die Agrarindustrie -vor allem der Sojaanbau für Futtermittel für die Tiere der EU - zur weiteren Entwaldung des Gebietes bei. Doch obwohl bereits 17 Prozent der Regenwaldflächen für immer vernichtet wurden, zeichnet sich die Region auch heute noch durch eine große biologische Vielfalt aus. Insgesamt sind neun neue Regionen hinzugekommen, die auch einen wichtigen Korridor zu den nördlich des Amazonas gelegenen Schutzgebieten im Staat Amapá - darunter der Tumucumaque Nationalpark - und weiter nördlich nach Französisch-Guyana, Guyana und Surinam bilden. Die drei staatlichen Wälder Paru, Trombetas und Faro mit einer Gesamtfläche von 7,4 Millionen Hektar sind ebenso Teil des Schutzgebietnetzwerkes wie der Iriri-Staatswald und das Triunfo do Xingu-Gebiet.

Im Jahr 1998 versprach der damalige brasilianische Präsident Cardoso, zehn Prozent des brasilianischen Amazonasregenwaldes bis zum Jahr 2012 unter strengen Schutz zu stellen. Diese Zusage war Auslöser für eines der ambitioniertesten Naturschutzprojekte der Welt, das auf Initiative des WWF zustande kam. Der Startschuss für das Amazon Region Protected Area Programm (ARPA) fiel auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im Jahr 2002.

Die Finanzierung erfolgt durch den ARPA-Treuhandfonds, der von der brasilianischen Stiftung FUNBIO verwaltet und neben dem WWF durch große Partner wie die Weltbank dotiert wird. Zur Aufrechterhaltung des Fonds ist ein Volumen von zumindest 220 Millionen US-Dollar notwendig. Der WWF Brasilien hat bisher - über das ARPA Programm und direkt - elf Millionen US-Dollar für den Schutz der Amazonasregenwälder investiert. Für den Staat Pará werden in den nächsten drei Jahren 6,5 Millionen US-Dollar vom WWF zur Verfügung gestellt. Der Treuhandfonds soll zusätzlich mit 15 Millionen US-Dollar des WWF bestückt werden. Der WWF hofft, dass durch die Etablierung des Schutzgebietnetzwerkes sich nun auch eine nachhaltige Forstwirtschaft etablieren kann, die unter Berücksichtigung der Interessen der indigenen Bevölkerung maßgeblich zur ökonomischen Entwicklung der Region beiträgt.

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