PRÖLL: EU-Ausschuss gibt grünes Licht für REACH

Die EU verordnet sich einen Paradigmenwechsel in der Chemiepolitik

Wien (OTS) - Heute, Dienstag, bestätigten die EU-Mitgliedsstaaten im Ausschuss der ständigen Vertreter (COREPER) die Verordnung zur Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien (REACH). "Damit ist jetzt endgültig grünes Licht für eine nachhaltige Chemikalienpolitik in Europa gegegeben", so Umweltminister Josef Pröll. Mehr als 90 Prozent des europaweiten Chemikalienmarktes werden einer Registrierung unterworfen. Besonders gefährliche Chemikalien werden von bestimmten Anwendungen a priori ausgeschlossen. Stoffe, die etwa Krebs erzeugen oder den Hormonhaushalt durcheinander bringen und sich in der Nahrungskette anreichern, sollen nur mehr in zugelassenen Anwendungsbereichen eingesetzt werden dürfen.

REACH sieht die Registrierung von rund 30.000 Stoffen in einer Datenbank vor, die die Identität des Stoffes, die Inverkehrbringer sowie physikalisch-chemische, toxikologische und ökotoxikologische Grundinformationen speichert. Das Zulassungsverfahren soll besonders gefährliche Chemikalien erfassen - etwa krebserzeugende, oder schwerabbaubare, toxische und persistente Stoffe. Auch für Chemikalien, die in den zahllosen Gebrauchsgegenständen eingesetzt werden, sieht REACH ein Meldesystem vor. Die registrierten Stoffe werden einem abgestuften Risikobewertungssystem unterzogen und die einzelnen Anwendungen der Stoffe beurteilt. Gleichzeitig sind auch die Verwender angehalten, ihre Erfahrungen in das System einzuspeisen. Behördlich bewertet und überprüft werden jedenfalls alle Substanzen, deren Produktion 100 Tonnen übersteigt. In der operativen Umsetzung des REACH-Systems soll die zukünftige Europäische Chemikalienagentur mit Sitz in Helsinki eine wesentliche Rolle übernehmen.

Gleichzeitig wurde ein Substitutionsprinzip beschlossen, das einen Plan zum Ersatz des gefährlichen Stoffes als Bestandteil jedes Zulassungsantrages vorsieht. Die Unternehmen werden so veranlasst, selbst eine Strategie inklusive zeitlicher Abschätzung und Machbarkeitsstudie zu entwickeln, besonders bedenkliche Stoffe durch Alternativsubstanzen oder auch durch alternative Technologien zu ersetzen. "Das ist eine gelungene Balance zwischen der Sicherung eines hohen Schutzniveaus für die Umwelt und die Gesundheit und des Wirtschaftsstandorts Europa", sagte Pröll abschließend.

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